Aufgabe vollständig gelöst
-
Dreißig PCR-Zyklen mit perfekter Effizienz, die ein Molekül in eine Milliarde verwandeln 5 Schritte
Dreißig PCR-Zyklen bei perfekter Effizienz machen aus einem Molekül eine Milliarde. Leiten Sie das ab und ermitteln Sie dann, was ein Effizienzverlust von 5 % kostet — die Antwort lautet nicht 5 %.
-
Jeder Zyklus kopiert jeden vorhandenen Strang, sodass sich die Population mit 1 + e vervielfacht. Perfekte Effizienz bedeutet e = 1 und eine reine Verdopplung.
-
Dreißig Verdopplungen ergeben 2³⁰, etwa 1,07 Milliarden, aus einem einzigen Ausgangsmolekül. Das ist der eigentliche Grund, warum PCR funktioniert: Eine Menge, die zu klein ist, um nachgewiesen zu werden, wird an einem Nachmittag so groß, dass man sie nicht mehr übersehen kann.
-
Der Schwellenwert-Zyklus kehrt dieselbe Beziehung um — der Zyklus, in dem die Anzahl erstmals eine Nachweisgrenze überschreitet. Es handelt sich um einen Logarithmus, weshalb Ct-Werte durch Subtraktion verglichen werden und ein Zyklus einen Faktor von zwei bedeutet.
-
Senkt man nun die Effizienz auf 0,95, vervielfacht sich jeder Zyklus mit 1,95 statt mit 2. Nach dreißig Zyklen sind das 5,02 × 10⁸.
-
Das Verhältnis beträgt (2/1,95)³⁰ — ein Defizit von 2,5 % pro Zyklus, das sich dreißigmal potenziert.
Antwort
Das Werkzeug gibt 1,07 × 10⁹ Kopien und Ct = 27 aus. Ein Effizienzverlust von 5 % kostet einen Faktor von 2,14, mehr als die Hälfte des Ertrags, da der Verlust dreißigmal vervielfacht und nicht einmal addiert wird. Das ist die zentrale Schwierigkeit der quantitativen PCR: Der Messwert verläuft exponentiell zu einer Größe — der Effizienz —, die von Reaktion zu Reaktion mit dem Primer-Design, der Reinheit der Matrize und der thermischen Gleichmäßigkeit des Geräts variiert. Deshalb wird die qPCR immer gegenüber einer Standardkurve durchgeführt, anstatt ihr als absoluter Zählwert zu vertrauen, und deshalb kann ein einzelner Inhibitor in der Probe genau wie weniger Ausgangsmaterial aussehen.
-
Quellen (3)
- Cₜ, amplification efficiency and how the two are reported: S. A. Bustin et al., "The MIQE Guidelines: Minimum Information for Publication of Quantitative Real-Time PCR Experiments." Clinical Chemistry 55(4), 611–622, 2009.
- The real-time kinetic measurement the Cₜ readout models: R. Higuchi, C. Fockler, G. Dollinger and R. Watson, "Kinetic PCR Analysis: Real-time Monitoring of DNA Amplification Reactions." Nature Biotechnology 11(9), 1026–1030, 1993.
- The thermostable polymerase named in the third block: R. K. Saiki et al., "Primer-directed enzymatic amplification of DNA with a thermostable DNA polymerase." Science 239(4839), 487–491, 1988.