Biorhythmus-Rechner

Stelle die dreifach-harmonischen Zyklen von körperlicher, emotionaler und geistiger Energie dar.

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Die drei Kurven waren nie eine Theorie 🖖

Die drei Zyklen, die dieses Werkzeug zeichnet, waren nie eine einzige Theorie. Die 23- und 28-Tage-Rhythmen stammen von Wilhelm Fliess, einem Berliner Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der sie 1897 veröffentlichte, nachdem er die Tage gezählt hatte, an denen seine Patienten erkrankten. Hermann Swoboda, Psychologieprofessor in Wien, kam 1904 unabhängig davon auf ähnliche Perioden. Die 33-tägige intellektuelle Kurve kam noch später — in den 1920er-Jahren — von Alfred Teltscher, einem Innsbrucker Professor für Ingenieurwissenschaften, der einen Rhythmus darin zu erkennen glaubte, wie leicht seine Studenten neuen Stoff aufnahmen. Drei Männer, drei Städte, drei Jahrzehnte, keine Zusammenarbeit; das bekannte Diagramm existiert nur, weil jemand später ihre Zahlen auf ein gemeinsames Achsensystem legte. Und Fliess hatte einen aufmerksamen Leser: Freud schrieb ihm von 1887 bis 1904 über die Periodizität, und die erhaltenen Briefe füllen einen Harvard-Band.

Drei Uhren, bei der Geburt gestellt 🖖

Die Biorhythmus-Lehre stellt sich drei feste Rhythmen vor, die am Tag deiner Geburt beginnen und nie zurückgesetzt werden. Dieses Werkzeug zeichnet sie einfach als drei Sinuswellen: einen 23-tägigen physischen, einen 28-tägigen emotionalen und einen 33-tägigen intellektuellen Zyklus. Ein „kritischer Tag" ist bloß eine Kurve, die die Nulllinie kreuzt – reine Geometrie, nichts, was dein Körper spürt. Die physische Kurve etwa kreuzt alle 11.5 Tage die Null.

Der 58-Jahres-Superzyklus 🖖

Da 23, 28 und 33 keinen gemeinsamen Teiler haben, kehren die drei Kurven erst nach ihrem kleinsten gemeinsamen Vielfachen zu ihrer exakten Geburtsstellung zurück: 23 × 28 × 33 = 21,252 Tage, also rund 58.2 Jahre. Bis etwa zu deinem 58. Geburtstag wiederholt sich derselbe Gesamtzustand nie. Ein reines zahlentheoretisches Kuriosum – teilerfremde Perioden dehnen den wahren Zyklus auf das Produkt aller drei aus.

Quellen (4)
  • The 23- and 28-day cycles: Wilhelm Fliess, Die Beziehungen zwischen Nase und weiblichen Geschlechtsorganen (Leipzig/Vienna, 1897) — where the two original rhythms were published.
  • The third cycle: Alfred Teltscher, professor of engineering at Innsbruck, added the 33-day intellectual rhythm in the 1920s after studying student performance. Hermann Swoboda, professor of psychology in Vienna, had reached similar periods independently in 1904.
  • Freud and Fliess: Jeffrey Moussaieff Masson (ed.), The Complete Letters of Sigmund Freud to Wilhelm Fliess, 1887–1904. Belknap Press of Harvard University Press, 1985. ISBN 978-0-674-15421-6.
  • On the status of the theory: Terence M. Hines, "Comprehensive Review of Biorhythm Theory." Psychological Reports 83(1), 19–64, 1998.