Vergleich der Sternleuchtkraft

Nutze L/L☉ = (R/R☉)² (T/T☉)⁴, um die relative und absolute Leuchtkraft eines Sterns abzuschätzen.

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Lektion

Die Theorie — Vergleich der Sternleuchtkraft

Leuchtkraft ist die gesamte Strahlungsleistung — jedes Watt, das ein Stern in alle Richtungen gleichzeitig abstrahlt. Sie gibt nicht an, wie hell der Stern erscheint: Die scheinbare Helligkeit nimmt mit der Entfernung ab, die Leuchtkraft hingegen nicht.

Was die einzelnen Symbole bedeuten

L
die Leuchtkraft des Sterns, hier sowohl als Vielfaches der Sonnenleuchtkraft als auch in Watt angegeben.
R
der Radius des Sterns. Er geht quadratisch ein, da die Oberfläche strahlt und der Flächeninhalt proportional zu ist.
T
die Effektivtemperatur der Oberfläche in Kelvin. Sie geht nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz mit der vierten Potenz ein.
L☉
der solare Index, der als Einheit verwendet wird. Die hier hinterlegten Werte sind die nominellen IAU-Standardwerte: L☉ = 3.828 × 10²⁶ W und T☉ = 5772 K.

So liest du, was du siehst

Zwei Panels, und auf deren Reihenfolge kommt es an. Das erste gibt die Leuchtkraft als Verhältnis zur Sonne an, direkt aus (R/R☉)²(T/T☉)⁴ — bei den Standardwerten ergibt das 1 · 1 = 1 L☉. Erst das zweite rechnet das Verhältnis durch Multiplikation mit L☉ = 3.828 × 10²⁶ W in Watt um. Das Verhältnis benötigt keinerlei Naturkonstanten; die Angabe in Watt hingegen schon.

Setzt voraus
Eine Kugel, die als idealer Schwarzer Körper bei einer einheitlichen Temperatur strahlt. Reale Sterne weisen eine Randverdunkelung auf, sind durch Rotation abgeflacht und von Flecken bedeckt — und die effektive Temperatur ist per Definition die Temperatur eines Schwarzen Körpers, die die beobachtete Leistung erzeugen würde. Somit gilt das Gesetz der vierten Potenz hier per Definition und nicht durch Messung.
Versagt, wenn
Nichts hier berücksichtigt, was sich zwischen dem Stern und dem Teleskop befindet: Interstellarer Staub schwächt das Licht ab und rötet es, sodass eine aus der beobachteten Helligkeit abgeleitete Leuchtkraft eine Extinktionskorrektur benötigt, die auf dieser Seite nicht modelliert wird. Und der Radius eines Sterns ist keine Oberfläche, auf der man stehen könnte — er beschreibt die Tiefe, ab der das Gas aufhört, undurchsichtig zu sein.

Ein Vergleich zweier Sterne braucht die Stefan-Boltzmann-Konstante nie 🖖

Die Aufschlüsselung zeigt zuerst ein Verhältnis und dann Watt, und diese Reihenfolge ist kein Zufall. Schreibe L = 4πR²σT⁴ einmal für den Stern und einmal für die Sonne und dividiere: 4π und σ sind in beiden Zeilen gleich und kürzen sich heraus, es bleibt (R/R☉)²(T/T☉)⁴. Die Einheiten kürzen sich mit ihnen, also genügen zwei nackte Verhältnisse — das Werkzeug nennt Vega mit 42,7 Sonnenleuchtkräften, noch bevor eine physikalische Konstante ins Spiel kommt. Watt erscheinen erst in der zweiten Zeile, wo diese 42,7 mit einer Sonnenleuchtkraft multipliziert werden, 3,828 × 10²⁶ W.

Temperatur zählt mehr als Größe 🖖

Die gesamte Lichtabgabe eines Sterns hängt von zwei Dingen ab: wie groß er ist und wie heiß seine Oberfläche ist. Doch die Temperatur wiegt weit schwerer, denn sie geht mit der vierten Potenz in die Formel ein, der Radius nur im Quadrat. Deshalb leuchtet Wega — kaum das 2,4-Fache des Sonnenradius — rund 40-mal heller: Ihre etwa 9600 K heiße Oberfläche macht den Unterschied.

Ein heißer Stern, dunkler als die Sonne 🖖

Die Oberflächentemperatur allein macht einen Stern nicht leuchtkräftig — die Größe redet mit. Ein Weißer Zwerg kann bei 25.000 K glühen, über viermal heißer als die Sonne, und dennoch nur wenige Prozent des Sonnenlichts abstrahlen. Der Grund ist sein erdgroßer Körper: Mit einem Radius nahe 0,01 R☉ drückt der R²-Term die Ausgabe trotz der enormen Hitze. Heiß heißt nicht immer hell.

Übung

Prüfe dich selbst

Sage die Antwort zuerst voraus und probiere es dann oben aus. Zeige die Lösung erst, wenn du dich entschieden hast — genau das macht es zur Übung.

  1. Stelle die Temperatur auf die Hälfte der solaren, 2886 K. Wie groß müsste der Stern sein, um weiterhin genau 1 L☉ abzustrahlen — und wo auf der Seite steht das Umtauschverhältnis ausdrücklich?

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    R = 4 R☉, und die Aufschlüsselung zeigt warum: 16 · 0.063 = 1 L☉. Der Radiusterm gewinnt genau den Faktor 16, den der Temperaturterm verliert. Das Umtauschverhältnis steht im Feld Local sensitivity+1% T → +4% L gegenüber +1% R → +2% L —, ein Prozent Temperatur ist also zwei Prozent Radius wert, und eine halbierte Temperatur auszugleichen erfordert den vierfachen Radius, nicht den doppelten.
  2. Stelle nun den Radius auf 10 R☉ bei solarer Temperatur, was ein Verhältnis von 100 ergibt. Was steht in der Magnituden-Zeile, und warum ist die Zahl so glatt?

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    Genau −5.00. Die Magnitudenskala ist so definiert, dass fünf Größenklassen einem Faktor 100 entsprechen: ΔM = −2.5 log₁₀(L/L☉), und log₁₀(100) = 2. Deshalb ist eine einzelne Größenklasse das unhandliche 100^(1/5) ≈ 2.512 und nichts Glatteres — die runde Zahl wurde beim Faktor 100 gesetzt und musste irgendwo herkommen. Auch das Vorzeichen ist bemerkenswert: heller ist kleiner, ein Stern mit dem 100-Fachen der Sonne liegt also fünf Größenklassen darunter.

Aufgaben vollständig gelöst

  1. Leuchtkraft und Magnitudendifferenz von Rigel bei 78,9 Sonnenradien 6 Schritte

    Rigel: 78,9 Sonnenradien bei 12.100 K. Berechnen Sie seine Leuchtkraft und seinen Helligkeitsabstand und geben Sie an, welche der beiden Eingangsgrößen Sie lieber genau messen würden. Dies ist der Zustand Rigel.

    1. Das gesamte Werkzeug beruht auf einer einzigen Gleichung: dem durch sich selbst dividierten Stefanschen Gesetz. Bis auf die beiden Verhältnisse kürzt sich alles heraus.

    2. Werten Sie die Faktoren getrennt aus, denn entscheidend ist, wie ungleich sie sind. Der Radius trägt drei Größenordnungen bei, die Temperatur kaum mehr als eine.

    3. Multiplizieren Sie die Faktoren und skalieren Sie anschließend mit der Sonnenleuchtkraft, um den dimensionslosen Bereich zu verlassen.

    4. Größenklassen entsprechen dem −2,5 log₁₀ eines Flussverhältnisses; ein Faktor von 120.000 bedeutet somit eine um 12,7 Größenklassen höhere Helligkeit. Das Minuszeichen entspricht der astronomischen Konvention, dass heller kleiner bedeutet.

    5. Die Zeilen für die Empfindlichkeit sind lediglich die Exponenten, interpretiert als Elastizitäten. Das ist die nützliche Form, wenn Sie entscheiden müssen, was gemessen werden soll.

    6. Drückt man das Verhältnis als Dauer aus, wird es greifbar.

    Antwort

    Die Temperatur um den Faktor zwei, der Radius hingegen um den Faktor dreihundert. Darin liegt kein Widerspruch: Das eine ist ein relativer, das andere ein absoluter Fehler. Im Stefan-Boltzmann-Gesetz hat die Temperatur den Exponenten 4, der Radius den Exponenten 2. Ein Fehler von 1 % bei T wirkt sich deshalb doppelt so stark aus wie ein Fehler von 1 % bei R. Genau diese Empfindlichkeit zeigt die Anzeige. Rigels Radius beträgt jedoch 78,9 Sonnenradien, seine Temperatur nur das 2,1-Fache der Sonnentemperatur. Daher trägt der Radiusfaktor 6.225 von 120.000 bei, der Temperaturfaktor lediglich 19,3. Am Exponenten erkennst du, welche Messgröße besondere Sorgfalt verlangt; am Wert siehst du, woher die Strahlungsleistung tatsächlich stammt. Rigel strahlt an einem Tag so viel Energie ab wie die Sonne in 329 Jahren.

  2. Leuchtkraft von Proxima Centauri bei 0,1542 Sonnenradien und 3042 K 5 Schritte

    Proxima Centauri: 0,1542 Sonnenradien bei 3042 K. Bestimmen Sie seine Leuchtkraft und überprüfen Sie dann die Skala der Größenklassen durch Vergleich mit Rigel. Dies ist der Zustand Proxima Centauri.

    1. Dieselben zwei Faktoren, beide nun kleiner als eins. Beachten Sie, dass das Temperaturverhältnis kaum die Hälfte beträgt und dennoch einen Faktor dreizehn ausmacht, da es hoch vier genommen wird.

    2. Das Produkt beträgt 1,834 × 10⁻³ der Sonne – 1 Teil von 545 –, weshalb der uns nächstgelegene Stern ohne Teleskop unsichtbar ist.

    3. Eine Leuchtkraft unter eins ergibt einen positiven Helligkeitsabstand – der Stern ist um 6,84 Größenklassen schwächer als die Sonne.

    4. Nun die Gegenprobe: Bilden Sie direkt das Verhältnis der beiden Leuchtkräfte.

    5. Bilden Sie anschließend die Differenz der beiden Größenklassen und machen Sie den Logarithmus rückgängig. Beide Wege müssen zum selben Ergebnis führen, und diese Übereinstimmung zeigt, dass die Skala der Größenklassen nichts weiter als ein Logarithmus ist.

    Antwort

    1,834 × 10⁻³ L☉, und Rigel überstrahlt ihn um das 6,55 × 10⁷-Fache. Die Überprüfung ist der wesentliche Punkt: Die beiden Helligkeitsabstände betragen −12,70 und +6,84, was einer Differenz von 19,54 Größenklassen entspricht, und 1019,54/2,5 ergibt 6,55 × 10⁷ – dieselbe Zahl, die sich direkt aus den Leuchtkräften ergibt. Das ist kein Zufall, sondern die Definition; die Skala der Größenklassen wurde im zweiten Jahrhundert v. Chr. an die Empfindlichkeit des menschlichen Auges angepasst und 1856 auf genau fünf Größenklassen pro Faktor 100 formalisiert. Bei Proxima wirken beide Faktoren nach unten – Radius und Temperatur gemeinsam –, weshalb ein Stern mit einem 6,5-fach kleineren Sonnenradius letztlich 545-mal schwächer leuchtet.

Lernpfad

Wie weit ist es entfernt?

Führt zu Sternhelligkeit die wahre Strahlungsleistung des Sterns als Vielfaches der Sonnenleuchtkraft.

Quellen (1)

Beispielaufgaben

  • Proxima Centauri - Proxima: winziger Radius und niedrige Temperatur ergeben eine sehr geringe Leuchtkraft.
  • Sonne - Solarer Referenzfall: per Definition genau 1 L☉.
  • Wega - Vega: heißere Photosphäre und größerer Radius ergeben eine deutlich höhere Leuchtkraft.
  • Rigel - Rigel-ähnlicher Überriese: Größe und Temperatur treiben zusammen eine enorme Leuchtkraft.