Lektion
Die Theorie — Minimaler Spannbaum: Kruskal und Prim
Ein Spannbaum einer Punktmenge ist eine Menge von Straßen, die jeden Punkt mit jedem anderen verbindet und keinen Kreis enthält; bei n Punkten hat er stets n − 1 Straßen. Der minimale Spannbaum ist der Spannbaum mit der kleinsten Gesamtlänge. Ein Schnitt teilt die Punkte in zwei Gruppen. Eine Straße überquert den Schnitt, wenn ihre Endpunkte in verschiedenen Gruppen liegen. Ein Steinerbaum darf zusätzlich Knotenpunkte verwenden, die nicht zur ursprünglichen Punktmenge gehören.
Was die einzelnen Symbole bedeuten
n- die Anzahl der Punkte
w(u, v)- die Länge der geraden Straße von u nach v in km
S- die Punkte auf einer Seite eines Schnitts; bei Prim das bisher aufgebaute Netz
- Setzt voraus
- Die Straßen verlaufen gerade, ihre Kosten entsprechen ihrer Länge, und je zwei Punkte dürfen verbunden werden. Sind keine zwei Entfernungen gleich, ist der minimale Spannbaum eindeutig. Bei gleichen Entfernungen, wie im Dreieck und im Quadrat, können mehrere Bäume dieselbe minimale Länge haben; die beiden Algorithmen wählen dann möglicherweise verschiedene.
Aufgabe vollständig gelöst
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Zwei Knotenpunkte für ein Quadrat 4 Schritte
Wo liegen die Knotenpunkte, und wie lang sind die Straßen insgesamt? Wähle Vier Städte im Quadrat: Die Städte liegen an den Ecken eines Quadrats mit 40 km Seitenlänge. Ein Spannbaum misst 120,00 km, ein Netz mit Knotenpunkten 109,28 km. Bestimme diese Länge exakt und prüfe die naheliegende erste Vermutung: ein X durch den Mittelpunkt.
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Treffen in einem kürzesten Netz drei Straßen an einem Knotenpunkt zusammen, bilden sie Winkel von 120°. Andernfalls würden sich die drei Einheitsvektoren entlang der Straßen nicht aufheben. Verschöbe man den Knotenpunkt in Richtung ihrer Summe, nähme die Gesamtlänge ab.
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Lege beide Knotenpunkte auf die Mittellinie des Quadrats. Jeder versorgt die beiden nächstgelegenen Ecken; zwischen den Knotenpunkten verläuft eine mittlere Straße. Jede der vier äußeren Straßen trifft diese unter einem Winkel von 120° und bildet daher mit ihrer Geraden einen Winkel von 60°. Seitlich muss sie 20 km überbrücken, die halbe Seitenlänge. Ihre Länge beträgt also 20/sin 60°, und in Richtung der mittleren Straße überbrückt sie 20/tan 60°.
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Vier äußere Straßen und dazwischen eine mittlere Straße, deren Länge dem Rest der 40 km entspricht, den die beiden äußeren Straßen nicht abdecken.
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Das X: vier Straßen von den Ecken zum Mittelpunkt, jeweils eine halbe Diagonale lang, also 20√2 km.
Antwort
40(1 + √3) = 109,28 km; jeder Knotenpunkt liegt 11,55 km von der Seite entfernt, deren Ecken er verbindet. Das X misst 113,14 km. Das X ist kürzer als der Spannbaum, aber länger als das Netz mit den beiden Knotenpunkten, denn seine Straßen treffen sich unter 90° statt unter 120°. Es gibt zwei Netze mit genau dieser Länge: das auf der Seite gezeigte und dasselbe um 90° gedreht. Die Ersparnis beträgt 1 − (1 + √3)/3 = 8,93 % und ist damit kleiner als die 13,40 % beim Dreieck.
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Lernpfad
Warum ein Algorithmus korrekt ist
Quellen (3)
- Borůvka's 1926 solution, the first, for the electricity network of southern Moravia, and his statement of the problem for points whose mutual distances are different, both quoted in insight 1: Jaroslav Nešetřil, Eva Milková and Helena Nešetřilová, "Otakar Borůvka on minimum spanning tree problem: Translation of both the 1926 papers, comments, history." Discrete Mathematics 233(1-3), 2001, pp. 3-36. DOI 10.1016/S0012-365X(00)00224-7
- The status of the Gilbert–Pollak conjecture after Du and Hwang's 1990 proof, quoted in insight 3: A. O. Ivanov and A. A. Tuzhilin, "The Steiner Ratio Gilbert–Pollak Conjecture Is Still Open: Clarification Statement." Algorithmica 62(1-2), 2012, pp. 630-632. DOI 10.1007/s00453-011-9508-3
- That the conjecture is still listed as open, and its statement: the planar Steiner ratio is reached on the equilateral triangle, √3/2: Yana Teplitskaya, "Open problems on Steiner trees and maximal distance minimizers." arXiv:2511.18217 [math], November 2025, §2.2.