Chaos-Prallkugeln-Labor

Hunderte Kugeln, 2D-Kollisionen und ein Gefühl für Chaos durch winzige Störungen.

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Zehnmal bessere Daten kaufen nur ein wenig mehr Zeit 🖖

Chaos macht Vorhersage nicht unmöglich, es macht sie auf eine bestimmte Weise teuer. Fehler wachsen hier multiplikativ: der Abstand zwischen zwei nahezu identischen Läufen verdoppelt sich immer wieder, auf einer Zeitskala, die das System vorgibt und nicht du. Das bedeutet, dass der Horizont, bis zu dem du vorhersagen kannst, wie der Logarithmus deiner Präzision wächst. Den Anfangszustand zehnmal genauer zu messen kauft dir nur etwa 3,3 zusätzliche Verdopplungszeiten, tausendmal genauer etwa 10. Jede weitere Stelle kostet so viel wie die vorige und liefert denselben kleinen Zugewinn. Deshalb bleiben Wettervorhersagen bei etwa zwei Wochen stehen, egal wie viele Sensoren hinzukommen.

zwei Welten im Wettlauf zum Widerspruch 🖖

In diesem Labor treten zwei fast identische Universen gegeneinander an. Du startest einen zweiten Durchlauf mit einem winzigen Geschwindigkeitsimpuls (seedDelta) und beobachtest, wie die Abweichungsanzeige steigt, obwohl sich die beiden Kugelwolken noch zu überdecken scheinen. Lass sie lange genug laufen, dann setzt sich die Zahl immer durch: Determinismus garantiert keine Vorhersagbarkeit.

runde Kugeln sind Chaos-Maschinen 🖖

Das Chaos steckt nicht in den Kugeln, sondern in ihrer Form. Stoßen zwei runde Kugeln zusammen, genügt ein haarfeiner Unterschied im Berührungspunkt, damit ihre Rückprallwinkel auseinanderdriften. Eine konvexe Oberfläche fächert benachbarte Bahnen auf wie eine Zerstreuungslinse. Der Mathematiker Jakow Sinai bewies dies 1970: Ein flacher Kasten mit einem einzigen kreisförmigen Hindernis, das Sinai-Billard, ist nachweislich chaotisch; ein gewöhnlicher rechteckiger Kasten ist es nicht.

Quellen (1)

Beispielaufgaben

  • Ideal elastisch - 120 Kugeln bei einer Stoßzahl von genau 1, ohne Luftwiderstand und ohne Wandreibung: die einzige Voreinstellung hier, bei der die Gesamtenergie erhalten bleibt, statt langsam verloren zu gehen. seedDelta ist 0, daher gibt es keine Zwillingsläufe. Dies ist der Kontrollversuch.
  • Gedämpft - 140 Kugeln bei e = 0,86, mit einem Luftwiderstand von 0,045 und rauen Wänden. So kosten jeder Aufprall und jeder zurückgelegte Meter Energie, bis die Wolke zur Ruhe kommt. Auch hier ist seedDelta 0, und nichts driftet auseinander.
  • Chaotische Wolke - 260 Kugeln, die höchste Anzahl im Werkzeug, unter der hier stärksten Schwerkraft (520) und mit dem größten Impuls (seedDelta 0,0012). Mehr Zusammenstöße pro Sekunde bedeuten mehr Verdopplungen pro Sekunde.
  • Fast identische Zwillinge - 100 Kugeln und ein Impuls von 0,0005, der feinste hier. Er ist 2,4-mal feiner als bei der dichten Wolke und verschafft dir nach der obigen Rechnung nur etwa 1,3 zusätzliche Verdopplungszeiten, bevor die beiden Durchläufe auseinanderdriften.