Aufschlag vs. Marge

Der Aufschlag bezieht sich auf die Kosten, die Marge auf den Verkaufspreis.

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Derselbe Rabatt ist nicht derselbe Schaden 🖖

Weil ein Rabatt direkt vom Gewinn abgeht, ist der Anteil des Gewinns, den eine Preissenkung zerstört, gleich Rabatt geteilt durch Marge — und dieses Verhältnis schwankt zwischen den Voreinstellungen dieses Werkzeugs heftig. Bei der Voreinstellung mit niedriger Marge (Kosten 90, Preis 99, Marge 9,1 %) senkt ein Rabatt von 5 % den Gewinn von 9,00 auf 4,05: er vernichtet 55 % des Verdienstes für eine Preisänderung von 5 %. Dieselben 5 % auf der Luxus-Voreinstellung (Kosten 200, Preis 950, Marge 78,9 %) lassen den Gewinn von 750,00 auf 702,50 sinken, ein Verlust von 6,3 %. Gleicher Rabatt, 8,7-facher Schaden. Deshalb kämpfen Supermärkte um einen einzigen Prozentpunkt, während ein Juwelier einen Ausverkauf veranstalten kann — und deshalb ist „zieh einfach 10 % ab" in verschiedenen Geschäften ein verschiedener Satz.

Gleicher Gewinn, zwei Nenner 🖖

Der Gewinn in Euro ist in beiden Fällen identisch — es ändert sich nur die Bezugsgröße, durch die du teilst. Der Aufschlag (Markup) teilt diesen Gewinn durch die Kosten (was du gezahlt hast), die Marge dagegen durch den Verkaufspreis (was du verlangt hast). Da der Preis stets größer als die Kosten ist, ist die Marge immer der kleinere der beiden Prozentsätze. Ein „40% Aufschlag" und eine „40% Marge" beschreiben also zwei verschiedene Preise — frage immer, welche Bezugsgröße gemeint ist.

Keystone-Preise verbergen ein 2-zu-1-Verhältnis 🖖

Im Einzelhandel gilt seit langem die „Keystone"-Regel — man verdoppelt einfach den Einkaufspreis. Verdoppeln bedeutet, 100% der Kosten aufzuschlagen, also ein Aufschlag von 100%, doch genau derselbe Preis ergibt nur eine Marge von 50%. Wer sein Geld „verdoppelt", erzielt also 50% Marge, nicht 100%. Diese 2-zu-1-Lücke ist der Grund, warum das Verwechseln der Begriffe Budgets ruiniert: Nennt man eine Ziel-Marge als Aufschlag, kalkuliert man jeden Artikel unbemerkt zu billig.

AUFSCHLAG ODER MARGE — DERSELBE GEWINN, ZWEI VERSCHIEDENE PROZENTSÄTZE

Welchen Prozentsatz nennst du gerade?

Beide beschreiben denselben Gewinn, sie teilen ihn nur durch Verschiedenes. Der Aufschlag ist Gewinn durch Kosten — was du draufgelegt hast. Die Marge ist Gewinn durch Preis — was du behalten hast. Der Aufschlag ist immer die größere Zahl, und der Abstand wächst mit der Ertragskraft. Den einen zu nennen, wenn man den anderen meint, ist deshalb ein teurer und kein pedantischer Fehler.

Der Alltagsfall — 50 % Aufschlag sind 33 % Marge S = C + P; P/C ≠ P/S
Hoher Gewinn — die beiden Zahlen laufen weit auseinander P/S < 100%, P/C → ∞
Dünner Gewinn — die beiden Zahlen fallen fast zusammen P ≪ C ⇒ P/C ≈ P/S
Ein großes Vielfaches — lies das Verhältnis, nicht den Prozentsatz S = mC ⇔ P/C = m − 1

01

Der Alltagsfall — 50 % Aufschlag sind 33 % Marge

Was du weißt: Kosten und Preis sind bekannt, also folgen beide Prozentsätze. Der Aufschlag teilt den Gewinn durch die Kosten, die Marge durch den Preis.

Definition: S = C + P; P/C ≠ P/S

Rechenbeispiel: Kosten 40, Preis 60 → Gewinn 20. Aufschlag = 20/40 = 50 %, Marge = 20/60 = 33,3 %.

Diesen Fall öffnen: Einzelhandel-Basis
Der Alltagsfall — 50 % Aufschlag sind 33 % Marge. Ein Gewinn, zwei Nenner: Die Kosten ergeben den Aufschlag, der Preis die Marge. Kosten und Preis sind bekannt, also folgen beide Prozentsätze. Der Aufschlag teilt den Gewinn durch die Kosten, die Marge durch den Preis.
Ein Gewinn, zwei Nenner: Die Kosten ergeben den Aufschlag, der Preis die Marge.

02

Hoher Gewinn — die beiden Zahlen laufen weit auseinander

Was du weißt: Sind die Kosten klein gegenüber dem Preis, wächst der Aufschlag unbegrenzt, während sich die Marge langsam an 100 % herantastet.

Definition: P/S < 100%, P/C → ∞

Rechenbeispiel: Kosten 12, Preis 49 → Gewinn 37. Aufschlag = 308,3 %, Marge = 75,5 %.

Diesen Fall öffnen: hochpreisige Software
Hoher Gewinn — die beiden Zahlen laufen weit auseinander. Kleine Kosten gegen großen Preis treiben den Aufschlag weit über die Marge hinaus. Sind die Kosten klein gegenüber dem Preis, wächst der Aufschlag unbegrenzt, während sich die Marge langsam an 100 % herantastet.
Kleine Kosten gegen großen Preis treiben den Aufschlag weit über die Marge hinaus.

03

Dünner Gewinn — die beiden Zahlen fallen fast zusammen

Was du weißt: Ist der Gewinn klein gegenüber Kosten und Preis, sind beide Nenner fast gleich, also stimmen die Prozentsätze beinahe überein.

Definition: P ≪ C ⇒ P/C ≈ P/S

Rechenbeispiel: Kosten 90, Preis 99 → Gewinn 9. Aufschlag = 10,0 %, Marge = 9,1 %.

Diesen Fall öffnen: margenschwache Waren
Dünner Gewinn — die beiden Zahlen fallen fast zusammen. Bei dünnem Gewinn liegen Kosten und Preis nah beieinander, also auch beide Prozentsätze. Ist der Gewinn klein gegenüber Kosten und Preis, sind beide Nenner fast gleich, also stimmen die Prozentsätze beinahe überein.
Bei dünnem Gewinn liegen Kosten und Preis nah beieinander, also auch beide Prozentsätze.

04

Ein großes Vielfaches — lies das Verhältnis, nicht den Prozentsatz

Was du weißt: Bei hoher Ertragskraft werden die Prozentsätze unhandlich. Das Verhältnis von Preis zu Kosten ist die Zahl, mit der tatsächlich gedacht wird.

Definition: S = mC ⇔ P/C = m − 1

Rechenbeispiel: Kosten 200, Preis 950 → Gewinn 750. Aufschlag = 375 %, Marge = 78,9 %, und der Preis ist das 4,75-Fache der Kosten.

Diesen Fall öffnen: Luxusgüter
Ein großes Vielfaches — lies das Verhältnis, nicht den Prozentsatz. Der Preis ist fast das Fünffache der Kosten, was sich leichter merken lässt als jeder der beiden Prozentsätze. Bei hoher Ertragskraft werden die Prozentsätze unhandlich. Das Verhältnis von Preis zu Kosten ist die Zahl, mit der tatsächlich gedacht wird.
Der Preis ist fast das Fünffache der Kosten, was sich leichter merken lässt als jeder der beiden Prozentsätze.

Aufgabe vollständig gelöst

  1. Ein Artikel, der 40 kostet und für 60 verkauft wird 5 Schritte

    Ein Artikel kostet 40 und wird für 60 verkauft. Bestimme den Aufschlag und die Marge, zeige, dass sie denselben Gewinn darstellen, und kalkuliere dann den Preis für eine Marge von 40%.

    1. Beide Begriffe beschreiben dieselben 20 Gewinn. Sie unterscheiden sich nur darin, durch was dividiert wird, und das ist die ganze Verwirrung: Der Aufschlag wird gemessen an den Kosten, die Marge am Preis.

    2. Der Aufschlag dividiert durch die kleinere Zahl, ist also immer der größere Prozentsatz. Ein Händler, der einen „50% Aufschlag“ angibt, erzielt nicht 50% der Einnahmen.

    3. Die Marge dividiert durch den Preis. Der Rechner oben gibt genau aus diesem Grund beide Werte nebeneinander aus.

    4. Da beide denselben Zähler haben, lässt sich jeder durch eine feste Beziehung in den anderen umrechnen. Der Aufschlag ist unbegrenzt — ein Aufschlag von 900% ist möglich —, während die Marge niemals 100% erreichen kann, da der Gewinn den Preis nicht übersteigen kann.

    5. Kalkuliere nun ausgehend von einer Zielmarge rückwärts. Der Fehler besteht darin, 40% zu den Kosten zu addieren, was 56 und eine Marge von nur 28.6% ergibt. Dividiere stattdessen.

    Antwort

    50% Aufschlag, 33.33% Marge, ein Gewinn von 20. Um eine Marge von 40% zu erreichen, benötigst du einen Preis von 66.67, was einem 66.7% Aufschlag entspricht — nicht 40%. Das Addieren der Zielmarge zu den Kosten ist einer der teuersten Rechenfehler im Einzelhandel: Hier angewendet, verlangt man 10.67 pro Stück zu wenig und verfehlt die Marge stillschweigend um mehr als ein Viertel. Die Lösung umfasst eine Zeile: Teile durch (1 − margin), multipliziere niemals mit (1 + margin).

Quellen (1)

Beispielaufgaben

  • Einzelhandel-Basis - Einzelhandelsbeispiel: Der Aufschlag beträgt 50%, die Marge dagegen 33.3%.
  • hochpreisige Software - Hochpreisige Software kann sehr hohe Aufschläge und Margen aufweisen.
  • margenschwache Waren - Produkte mit geringer Marge benötigen hohe Stückzahlen, um einen hohen Gesamtgewinn zu erzielen.
  • Luxusgüter - Ein Luxusartikel zum Vier- bis Fünffachen der Kosten — Aufschlag und Marge messen denselben Gewinn an zwei verschiedenen Bezugsgrößen und laufen hier weit auseinander