Molekulare-Uhr-Rechner

Vergleiche zwei Sequenzen: Zähle Unterschiede, wende die Jukes-Cantor-Korrektur an und schätze die Divergenzzeit.

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Stochastische Mutationsraten und evolutionäre Divergenz 🖖

Die molekulare Uhr-Hypothese besagt, dass DNA- und Proteinsequenzen im Laufe der Zeit mit einer relativ konstanten Rate evolutionär divergieren: T = d / (2 * r), wobei d die genetische Distanz und r die Mutationsrate ist. Dies setzt voraus, dass sich neutrale Mutationen durch Gendrift gleichmäßig anhäufen, obwohl Raten je nach Abstammung variieren können.

Warum rohe Unterschiede die Zeit unterschätzen 🖖

Bloßes Zählen der Unterschiede zwischen zwei Sequenzen unterschätzt, wie viel Evolution wirklich stattgefunden hat. Mit der Zeit kann eine einzelne Position mehrfach mutieren oder sogar zur ursprünglichen Base zurückspringen — Veränderungen, die keine sichtbare Spur hinterlassen. Die Jukes-Cantor-Korrektur, d = −(3/4)·ln(1 − (4/3)p), wandelt den beobachteten Anteil unterschiedlicher Positionen p in die wahre Zahl der Substitutionen pro Position d um. Bei kleinem p sind beide fast gleich; mit zunehmender Verschiedenheit laufen sie stark auseinander.

Zufalls-DNA stimmt zu einem Viertel überein 🖖

Zwei völlig unverwandte DNA-Sequenzen unterscheiden sich nicht an jeder Position — bei nur vier Basen (A, T, C, G) stimmen sie durch reinen Zufall an etwa jeder vierten Position überein. Der beobachtete Unterschied p steigt daher höchstens auf rund 0,75, nicht auf 1,0. Die Jukes-Cantor-Distanz strebt gegen unendlich, wenn p sich 3/4 nähert: Jenseits dieser Sättigungsgrenze türmen sich so viele Mehrfachtreffer auf, dass das Signal ausgelöscht wird und ein einziges p fast jeder Divergenzzeit entsprechen kann.

Beispielaufgaben