Ausflussstrahlen aus einem Behälter

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Der schnellste Strahl kommt nicht am weitesten 🖖

Halte die drei Geschwindigkeiten neben die drei Wurfweiten. Das unterste Loch ist mit 4,20 m/s das schnellste und trifft 1,039 m entfernt auf. Das oberste ist mit 2,43 m/s das langsamste und trifft bei 1,039 m auf — auf derselben Stelle. Das mittlere Loch schlägt mit 3,43 m/s die beiden anderen und kommt auf 1,200 m. Tiefe kauft Geschwindigkeit und bezahlt mit Flugzeit; das Produkt aus beidem ist in der Mitte am größten, nicht an einem der Enden.

Die größte Wurfweite ist genau die Wassertiefe 🖖

Die Wurfweite aus einem Loch in der Tiefe y beträgt 2√(y(H − y)). Am größten wird sie bei y = H/2, und dort ist sie gleich H. Nicht ungefähr H. Das Feld zeigt 1,200 m bei einer Tiefe von 1,2 m, und es gibt dir jede Tiefe zurück, die du einstellst. Damit ist auch das Zwillingspaar erklärt: y und H − y ergeben dasselbe Produkt, also bewässern die Löcher bei 0,30 m und 0,90 m denselben Fleck — genau das zeigt die Voreinstellung Symmetrisches Lochpaar.

An der Geschwindigkeit hat die Flüssigkeit keinen Anteil 🖖

In v = √(2gy) steckt weder eine Dichte noch eine Zähigkeit, also verlässt Quecksilber das Loch genauso schnell wie Wasser. Das größere Gewicht, das die schwerere Flüssigkeit antreibt, ist exakt die größere Trägheit, die sie bremst, und beides hebt sich auf. Der Stoff kommt auf dieser Seite an genau einer Stelle vor: im Geschwindigkeitsbeiwert. Stell ihn auf 0,97, und der Strahl tritt mit 97 % der idealen Geschwindigkeit aus — diese 3 % sind die ganze reale Flüssigkeit.

Aufgabe vollständig gelöst

  1. Zwei Löcher, ein Treffpunkt 6 Schritte

    Ein Behälter wird konstant bis zu einer Höhe von 1,20 m gefüllt. In seine Seitenwand bohrst du drei Löcher. Diese liegen 0,30 m, 0,60 m und 0,90 m über dem Tisch, auf dem der Behälter steht. Berechne, wo jeder Strahl auftrifft. Finde außerdem die Höhe heraus, aus der das Wasser am weitesten spritzt.

    1. Das austretende Wasser wird einzig und allein durch die darüberliegende Wassertiefe angetrieben. Dieser Druck verleiht ihm exakt die Geschwindigkeit, die ein fallengelassener Stein nach derselben Fallstrecke aufbauen würde. Das ist das berühmte Gesetz von Torricelli. Über dem untersten Loch stehen genau 0,90 m Wasser.

    2. Draußen in der Luft verhält sich der Strahl wie ein waagerecht abgeschossenes Projektil. Seine Flugdauer hängt also nur von seiner Fallhöhe ab. Die Wassertiefe über dem Loch bestimmt die Geschwindigkeit. Die Höhe unter dem Loch bestimmt die Fallzeit.

    3. Multiplizierst du beide Werte, kürzt sich g aus dem Ergebnis heraus. Ein Wasserstrahl auf dem Mond tritt langsamer aus und bleibt länger in der Luft. Er landet aber punktgenau auf derselben Stelle.

    4. Für die Wurfweite zählt immer nur das Produkt aus der Wassertiefe darüber und der Höhe darunter. Beide Werte addieren sich stets zur Gesamthöhe H. Vertauschst du y mit H − y, ändert sich an diesem Produkt überhaupt nichts. Deshalb spritzt das Wasser aus dem Loch auf 0,90 m exakt so weit wie das aus dem Loch auf 0,30 m.

    5. Das Produkt zweier Zahlen mit fester Summe ist am größten, wenn beide Zahlen exakt gleich sind. Das optimale Loch liegt also genau auf halber Höhe. Die Wassertiefe darüber und die Höhe darunter betragen dann jeweils H/2. Die berechnete Wurfweite ergibt exakt H.

    6. Kein Behälter spritzt das Wasser also weiter über den Tisch, als er selbst tief ist. Dabei ist es völlig egal, wo du bohrst. Die beiden zusammengehörigen Strahlen treffen zwar denselben Punkt, kommen dort aber nicht gleichzeitig an. Der obere Strahl fliegt 0,4284 s lang, der untere hingegen nur 0,2473 s. Die nasse Stelle wird also zweimal im Abstand von 0,18 s getroffen.

    Antwort

    4,20 m/s aus dem untersten Loch bei einer Wurfweite von 1,039 m. Der Strahl aus dem Loch auf 0,90 m landet ebenfalls dort. Das mittlere Loch erreicht 1,200 m. Weiter kann ein 1,20 m hoher Behälter sein Wasser nicht werfen. Die Gleichung R = 2√((H − y)y) enthält kein g und ist symmetrisch zum Mittelpunkt. Abgesehen vom mittleren Loch hat also jede Öffnung einen Partner in der Wand, der genau denselben Punkt auf dem Tisch trifft.

Lernpfad

Wasser aus einem Tank: eine Geschwindigkeit, zwei Wege

Führt zu Der sich leerende Tank die Ausflussgeschwindigkeit und die Erkenntnis, dass sie der Wurzel der Tiefe folgt und nicht der Tiefe selbst.

Quellen (1)
  • Original formulation of Torricelli's law for liquid efflux speed from an orifice: E. Torricelli, De motu gravium naturaliter descendentium. Florence, 1644.

Beispielaufgaben