Demografie- + Wirtschaftslabor
Verändere demografische und wirtschaftliche Annahmen und beobachte, wie sich Bevölkerung, BIP pro Kopf, Erwerbstätige und Fiskaldruck gemeinsam entwickeln.
Warum sich das wie Mathe-Magie anfühlt 🖖
Der Schlüssel ist die Zerlegung: Derselbe BIP-Pfad kann aus sehr unterschiedlichen Treibern entstehen. Dieses Labor trennt Demografie, Arbeitsmarkt, Produktivität und Fiskallast, damit Zielkonflikte sichtbar werden. Die Bevölkerungsdynamik wirkt langsam, dominiert aber über 45 Jahre — eine jährliche Nettomigrationsrate von 0,3% verdoppelt den Effekt eines großen Produktivitätsschubs.
Gesamtleistung gegen Leistung pro Kopf 🖖
Dieses Labor verfolgt stets das BIP pro Kopf, nicht nur das reine BIP. Die Wirtschaftsleistung erbringen allein die Erwerbstätigen, doch geteilt wird sie unter allen Einwohnern — Gesamtwert und Pro-Kopf-Wert können sich daher gegenläufig entwickeln. Wächst die Bevölkerung schneller als die Wirtschaft, wirkt ein Land insgesamt reicher, während jeder Einzelne ärmer wird. Beobachte, wie die beiden Kurven auseinanderlaufen, sobald der Anteil der Erwerbsfähigen sinkt: Diese Lücke ist es, was der Lebensstandard tatsächlich spürt.
Eine schrumpfende Nation hat eine Halbwertszeit 🖖
Der Bevölkerungsschritt P_{t+1} = P_t(1 + b − d + m) ist reines geometrisches Wachstum — dieselbe Gleichung wie beim Zinseszins und beim radioaktiven Zerfall. Bleiben Geburten plus Zuwanderung hinter den Sterbefällen zurück, wird die Nettorate negativ und die Bevölkerung zerfällt exponentiell, samt Halbwertszeit. Ein Land, das jährlich um 1 % schrumpft, hat eine Bevölkerungs-Halbwertszeit von rund 70 Jahren (die 70er-Regel) — das demografische Gegenstück zur Zerfallskurve eines Isotops.