Wellen-Interferenz / Zwei Quellen

Konstruktive vs. destruktive Interferenz – live visualisiert

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Warum aus 1+1 manchmal 0 wird 🖖

Wenn zwei Wellen aufeinandertreffen, addieren sich ihre Amplituden Punkt für Punkt – das ist das Superpositionsprinzip. Bei einem Gangunterschied Δr = mλ liegen die Wellenberge übereinander, und die Intensität vervierfacht sich: I = 4I₀. Bei Δr = (m+½)λ trifft ein Berg auf ein Tal, und die Intensität fällt auf null. Das allgemeine Ergebnis lautet Aₛᵤₘ = 2A₀ cos(δ/2), sodass für die Intensität I ∝ cos²(δ/2) gilt. Genutzt wird dieser Effekt in Noise-Cancelling-Kopfhörern (die δ = π einspeisen), optischen Antireflexbeschichtungen (Schichtdicke λ/4) und phasengesteuerten Funkantennen (Phased Arrays).

Was helle und dunkle Streifen bedeuten 🖖

Zwei Quellen senden sich überlagernde Wellen aus. Betrachte einen beliebigen Punkt: meist hat eine Welle einen etwas längeren Weg zurückgelegt als die andere, und dieser Gangunterschied entscheidet alles. Beträgt er ein ganzzahliges Vielfaches der Wellenlänge, treffen Wellenberg auf Wellenberg und es entsteht ein heller Streifen; liegt er eine halbe Wellenlänge daneben, trifft Berg auf Tal und die Stelle bleibt dunkel. Vergrößere den Abstand d, und das Werkzeug drängt mehr Streifen zusammen, gemäß sin θ = nλ/d.

Ein einzelnes Elektron interferiert mit sich selbst 🖖

Man könnte meinen, Interferenz brauche eine ganze Schar gleichzeitig kreuzender Wellen — doch das stimmt nicht. Schießt man Elektronen einzeln durch einen Doppelspalt, sodass sich stets nur eines im Apparat befindet, landet jedes als einzelner Punkt, scheinbar zufällig. Sammeln sich Tausende an, entsteht dasselbe Streifenmuster. Jedes Teilchen tastet irgendwie beide Wege ab und interferiert mit sich selbst — von Lesern zum „schönsten Experiment der Physik" gewählt.

Aufgabe vollständig gelöst

  1. Zwei Quellen im Abstand von 2 Einheiten mit einer Wellenlänge von 0,5 5 Schritte

    Zwei Quellen im Abstand von 2 Einheiten, Wellenlänge 0,5. Bestimmen Sie die Richtungen der Maxima und Minima zweiter Ordnung und zählen Sie anschließend, wie viele helle Streifen insgesamt existieren.

    S₂ S₁ d θ = 30° θ Δr = 2λ
    1. Alles ergibt sich aus einer einzigen geometrischen Tatsache: Bei einem Winkel θ beträgt der zusätzliche Weg, den die Welle der entfernteren Quelle zurücklegen muss, d sin θ. Ob diese gleichphasig oder gegenphasig eintrifft, ist bereits das gesamte Thema.

    2. Ist der zusätzliche Weg ein ganzzahliges Vielfaches der Wellenlänge, treffen die Wellenberge aufeinander. Für die 2. Ordnung braucht es eine volle Einheit Wegdifferenz; bei diesem Abstand beträgt der Sinus ein halb.

    3. Um eine halbe Wellenlänge verschoben treffen Wellenberge auf Wellentäler. Die 2,5 ist kein Tippfehler – das dunkle Minimum n liegt zwischen dem hellen Maximum n und dem hellen Maximum n+1.

    4. Nun zur Begrenzung. Der Sinus kann 1 nicht überschreiten, daher begrenzt das Verhältnis d/λ die Ordnung, und die Streifen existieren auf beiden Seiten des Zentrums sowie im Zentrum selbst.

    5. Nimmt man diese Grenze ernst, wird sie zu einer Entwurfsregel. Bei einem Abstand von weniger als einer Wellenlänge gibt es nichts außer der Hauptkeule, und bei einer halben Wellenlänge existiert genau eine.

    Antwort

    30° und 38,68°, mit insgesamt neun hellen Streifen. Interessant ist hierbei die Anzahl, und sie ergibt sich aus einer Nebenbedingung statt aus einer Rechnung: sin θ kann niemals 1 überschreiten, sodass für keine Ordnung jenseits von d/λ = 4 noch Platz ist. Verringert man den Abstand auf unter eine Wellenlänge, verschwindet jede Ordnung außer der zentralen – das Muster zieht sich zu einer einzigen Hauptkeule zusammen. Diese eine Tatsache erklärt eine Lücke und ein Ärgernis in zwei verschiedenen Fachgebieten zugleich. Sie ist der Grund dafür, warum eine Öffnung, die schmaler als eine Wellenlänge ist, nahezu gleichmäßig in alle Richtungen abstrahlt, und warum ein Phased Array im Abstand einer halben Wellenlänge gebaut wird: bei d = λ/2 wird die erste Nebenordnung nach sin θ = 2 verschoben, was nicht existiert, und das Array schwenkt seinen Strahl, ohne Kopien davon in den Himmel zu senden.

Lernpfad

Von einer Feder zur stehenden Welle

Führt zu Stehende Wellen eine Überlagerung, die du direkt sehen kannst.

Quellen (2)

Beispielaufgaben

  • großer Abstand - großer Abstand d=4, lambda=0.5 -> viele schmale helle/dunkle Streifen
  • kleiner Abstand - kleiner Abstand d=1.2, lambda=0.5 -> weniger, breitere Streifen
  • lange Wellenlänge - längere Wellenlänge lambda=1.4 spreizt die Streifen weiter auseinander
  • schallähnlich - schallähnliche lange Wellenlänge lambda=2.6 zeigt breite Interferenzbereiche