Stehwellen-Explorer

Sieh, wie stehende Wellen aus zwei interferierenden Wellen entstehen. Ändere die Harmonische, um Obertöne zu erzeugen.

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Nur ganze Halbwellen passen — deshalb klingen Saiten musikalisch 🖖

Eine an beiden Enden eingespannte Saite kann nicht mit beliebiger Frequenz schwingen. Die Enden müssen in Ruhe bleiben, also überleben nur jene Muster, bei denen eine ganze Zahl von Halbwellen dazwischen passt: λ = 2L/n. Da die Frequenz Geschwindigkeit geteilt durch Wellenlänge ist, ergeben sich die erlaubten Frequenzen als exakte ganzzahlige Vielfache der tiefsten, fₙ = n · f₁. Die 1-m-Saite dieses Werkzeugs bei 343 m/s zeigt bei n = 1 genau 171,5 Hz und bei n = 3 exakt 514,5 Hz — das Dreifache, nicht bloß etwas in der Nähe. Dieses ganzzahlige Verhältnis ist der Grund, weshalb das Ohr eine einzelne Tonhöhe mit Klangfarbe hört und nicht einen Akkord oder ein Geräusch, und weshalb Gitarre und Flöte überhaupt zueinander stimmen können.

Zwei Wellen, die sich selbst einfangen 🖖

Eine stehende Welle bewegt sich eigentlich nirgendwohin. Sie entsteht, wenn eine laufende Welle an einer Grenze reflektiert wird und sich mit ihrem eigenen Echo überlagert: Beide laufen gegeneinander und rasten in ein Muster ein, das an Ort und Stelle bleibt, während sich die Knoten nie bewegen. Nur Wellenlängen, die als ganze Zahl von Halbbögen zwischen die Enden passen, überleben. Fazit: Verkürzt man die Saite oder das Rohr, schrumpfen diese Wellenlängen, und die Tonhöhe steigt.

Deine Mikrowelle kann die Lichtgeschwindigkeit messen 🖖

Ein Mikrowellenherd füllt seinen Garraum mit einer stehenden elektromagnetischen Welle, sodass sich Energie an festen Schwingungsbäuchen staut, während die Knoten kalt bleiben — genau deshalb braucht das Essen einen Drehteller. Nimmt man ihn heraus und schmilzt eine flache Tafel Schokolade, markieren die geschmolzenen Stellen die Bäuche im Abstand von etwa 6 cm. Multipliziert man diese halbe Wellenlänge mit den auf der Rückseite angegebenen 2.45 GHz, erhält man c ≈ 3 × 10⁸ m/s auf der Küchenzeile.

STEHENDE WELLEN — WELCHE MODE, UND WAS LASSEN DIE ENDEN ZU?

In welchem Fall stehender Wellen bist du?

Eine stehende Welle ist die eine Form, die passt: eine Welle, deren Reflexionen mit ihr selbst zusammenfallen. Die Länge des Mediums wählt die Wellenlängen aus, die bestehen können, λ = 2L/n, und die Wellengeschwindigkeit macht daraus Frequenzen, f = v/λ. Was die Enden tun — festgehalten oder frei beweglich —, entscheidet, wo die Knoten liegen, nicht welche Wellenlängen erlaubt sind.

Der Grundton — die längste Welle, die die Länge trägt λ = 2L, f = v/λ
Eine höhere Harmonische — n halbe Wellenlängen, n-fache Frequenz λ = 2L/n, f = n·f₁
Offene Enden — das Muster kippt, die Wellenlängen nicht L = nλ/2
Ein echtes Instrument — die Länge ist das, was du änderst f ∝ 1/L

01

Der Grundton — die längste Welle, die die Länge trägt

Was du weißt: n = 1: Eine halbe Wellenlänge überspannt das ganze Medium, also λ = 2L. Das ist die niedrigste Frequenz, die hineinpasst, und die Tonhöhe, die du hörst.

Beziehung: λ = 2L, f = v/λ

Rechenbeispiel: L = 1 m bei v = 343 m/s → λ = 2 m und f = 343/2 = 171,5 Hz

Diesen Fall öffnen: Grundschwingung
Der Grundton — die längste Welle, die die Länge trägt. Ein Bogen über die ganze Länge: die längste Welle, die noch hineinpasst. n = 1: Eine halbe Wellenlänge überspannt das ganze Medium, also λ = 2L. Das ist die niedrigste Frequenz, die hineinpasst, und die Tonhöhe, die du hörst.
Ein Bogen über die ganze Länge: die längste Welle, die noch hineinpasst.

02

Eine höhere Harmonische — n halbe Wellenlängen, n-fache Frequenz

Was du weißt: Für die Mode n trägt das Medium n halbe Wellenlängen: λ = 2L/n und f = n·f₁. Die Knoten sitzen bei jedem Vielfachen von L/n entlang der Länge.

Beziehung: λ = 2L/n, f = n·f₁

Rechenbeispiel: Dieselbe 1 m bei n = 3 → λ = 0,667 m und f = 514,5 Hz, exakt das Dreifache des Grundtons

Diesen Fall öffnen: 3. Harmonische
Eine höhere Harmonische — n halbe Wellenlängen, n-fache Frequenz. Drei halbe Wellenlängen passen in dieselbe Länge, mit festen Punkten dazwischen. Für die Mode n trägt das Medium n halbe Wellenlängen: λ = 2L/n und f = n·f₁. Die Knoten sitzen bei jedem Vielfachen von L/n entlang der Länge.
Drei halbe Wellenlängen passen in dieselbe Länge, mit festen Punkten dazwischen.

03

Offene Enden — das Muster kippt, die Wellenlängen nicht

Was du weißt: Bei beidseitig offenem Rohr kann sich die Luft dort frei bewegen, die Enden sind also Bäuche statt Knoten. Die erlaubten Wellenlängen bleiben λ = 2L/n; nur die Form ist umgekehrt.

Beziehung: L = nλ/2

Rechenbeispiel: Ein offenes Rohr mit L = 0,5 m bei n = 2 → λ = 0,5 m und f = 686 Hz, dieselbe Rechnung wie bei einer Saite gleicher Länge

Diesen Fall öffnen: Offenes Rohr
Offene Enden — das Muster kippt, die Wellenlängen nicht. Beide Enden sind frei beweglich, die Welle hat dort Bäuche, wo die Saite Knoten hatte. Bei beidseitig offenem Rohr kann sich die Luft dort frei bewegen, die Enden sind also Bäuche statt Knoten. Die erlaubten Wellenlängen bleiben λ = 2L/n; nur die Form ist umgekehrt.
Beide Enden sind frei beweglich, die Welle hat dort Bäuche, wo die Saite Knoten hatte.

04

Ein echtes Instrument — die Länge ist das, was du änderst

Was du weißt: Eine Gitarrensaite ist an beiden Enden fest, es gilt also dasselbe λ = 2L/n. Greifen verkürzt L, und da f proportional zu 1/L ist, steigt die Tonhöhe.

Beziehung: f ∝ 1/L

Rechenbeispiel: L = 0,65 m bei n = 2 → λ = 0,65 m und f = 527,7 Hz; der Grundton dieser Saite liegt bei 263,8 Hz

Diesen Fall öffnen: Gitarre (2.)
Ein echtes Instrument — die Länge ist das, was du änderst. Die schwingende Länge legt die Tonhöhe fest; jeder Bund ist ein neues L in derselben Formel. Eine Gitarrensaite ist an beiden Enden fest, es gilt also dasselbe λ = 2L/n. Greifen verkürzt L, und da f proportional zu 1/L ist, steigt die Tonhöhe.
Die schwingende Länge legt die Tonhöhe fest; jeder Bund ist ein neues L in derselben Formel.

Aufgabe vollständig gelöst

  1. Tiefster Ton einer 1 m Saite, auf der sich Wellen mit 343 m/s ausbreiten 5 Schritte

    Eine 1 m lange Saite, beidseitig eingespannt, mit einer Wellengeschwindigkeit von 343 m/s. Bestimmen Sie ihren tiefsten Ton — rechnen Sie dann rückwärts auf die Spannung, die diese Wellengeschwindigkeit erzeugt, und auf die Tonhöhe, die keine Stahlsaite dieser Länge jemals erreichen kann. Dies ist Beidseitig fest mit L = 1 m, v = 343 m/s und n = 1.

    1. Da beide Enden festgehalten werden, muss jedes bestehen bleibende Wellenmuster dort einen Schwingungsknoten besitzen. Dies lässt nur eine ganzzahlige Anzahl von Halbwellenlängen zu und nichts dazwischen, weshalb die Saite eine Liste erlaubter Töne aufweist anstelle eines kontinuierlichen Bereichs.

    2. Die Frequenz ist die Geschwindigkeit dividiert durch die Wellenlänge, und keiner der beiden Faktoren ist hier eine neue Information. Die Randbedingung legt die Wellenlänge fest und das Medium liefert die Geschwindigkeit.

    3. Die Periodendauer ist der Kehrwert der Frequenz, sie beträgt aber auch 2L/v — die Zeit, die ein Impuls benötigt, um zum fernen Ende und zurückzulaufen. Eine stehende Welle ist ein Umlauf, der phasengleich mit sich selbst zurückkehrt, sodass ihre Periodendauer der Dauer dieses Umlaufs entspricht.

    4. Die Wellengeschwindigkeit auf einer Saite lässt sich nicht direkt einstellen; sie ergibt sich aus der Spannung geteilt durch die Masse pro Längeneinheit. Für einen 0,30-mm-Stahldraht folgt die Massenbelegung aus der Dichte und der Querschnittsfläche, und das Umstellen von v = √(FT/μ) ergibt eine Zugkraft von 65 N auf den Draht — 6,7 Kilogramm Zugkraft, was die richtige Größenordnung für eine einfache Gitarrensaite aus Stahl ist.

    5. Dividiert man nun diese Spannung durch die Querschnittsfläche, erhält man die mechanische Spannung, wobei der Durchmesser herausfällt. Sowohl μ als auch A enthalten d², sodass die Spannung bei einer gegebenen Wellengeschwindigkeit ρv² beträgt und allein vom Material abhängt. Kohlenstoffreicher Saitendraht reißt nahe 2,2 × 10⁹ Pa, und eine Obergrenze für die Spannung ist daher eine Obergrenze für die Geschwindigkeit.

    Antwort

    Das Werkzeug gibt λ₁ = 2,0000 m, f₁ = 171,50 Hz und eine Periodendauer von 5,831 × 10⁻³ s aus. Schritt 5 ist der entscheidende: Da die für eine bestimmte Wellengeschwindigkeit erforderliche Spannung ρv² beträgt, kürzt sich die Drahtstärke heraus, und eine 1 m lange Stahlsaite kann nicht höher als auf etwa 265 Hz gestimmt werden, egal wie dick oder dünn sie gefertigt ist. Instrumente bleiben deutlich darunter — Klavierdraht wird bei etwa der Hälfte seiner Reißfestigkeit betrieben, was die nutzbare Geschwindigkeit auf 374 m/s senkt und 0,72 m zur längsten Stahlsaite macht, die das eingestrichene C erzeugen kann. Ein Konzertflügel nutzt an dieser Stelle nahezu genau diese Länge, was eine gute Bestätigung der Argumentation darstellt. Aus diesem Grund werden Basssaiten auch mit Kupfer umwickelt, anstatt aus dickerem Stahl gefertigt zu werden: Die Umwicklung erhöht die Masse pro Längeneinheit, ohne die Querschnittsfläche zu vergrößern, die die Zugspannung tragen muss; sie senkt somit v, während σ unverändert bleibt.

Lernpfad

Von einer Feder zur stehenden Welle

Quellen (1)

Beispielaufgaben