Snelliussches Brechungsgesetz Simulator

Ziehe den Winkelregler, um zu sehen, wie sich Licht beim Übergang zwischen zwei Medien bricht.

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Phasengeschwindigkeitsunterschied und Grenzflächenbrechung 🖖

Das Snellius-Brechungsgesetz n₁ sin(θ₁) = n₂ sin(θ₂) beschreibt die Richtungsänderung einer Welle beim Übergang zwischen Medien mit verschiedenen Brechungsindizes. Dies wird durch die Änderung der Phasengeschwindigkeit v = c/n verursacht. Beim Übergang in ein optisch dünneres Medium tritt ab dem Grenzwinkel Totalreflexion auf.

Warum ein Strohhalm im Wasser geknickt wirkt 🖖

Wenn Licht von einem Stoff in einen anderen übergeht – etwa von Wasser in Luft –, ändert sich seine Geschwindigkeit, und diese Änderung lässt es an der Oberfläche abknicken. Das snelliussche Brechungsgesetz n₁ sin(θ₁) = n₂ sin(θ₂) macht daraus eine exakte Vorhersage des neuen Winkels. Je größer der Unterschied zwischen den beiden Brechungsindizes, desto stärker die Ablenkung. Deshalb wirkt ein Strohhalm im Wasserglas an der Wasserlinie gebrochen: Das Licht aus seinem unteren Teil erreicht das Auge auf einem geknickten Weg.

Licht nimmt den schnellsten, nicht den kürzesten Weg 🖖

Das fermatsche Prinzip besagt, dass Licht zwischen zwei Punkten den Weg der kürzesten Zeit nimmt – und daraus folgt das Brechungsgesetz unmittelbar. Da Licht im dichteren Medium langsamer ist, verringert das Abknicken an der Grenze die im langsamen Stoff zurückgelegte Strecke, genau wie ein Rettungsschwimmer länger über den Sand läuft, um weniger schwimmen zu müssen. Minimiert man die gesamte Laufzeit, ergibt sich exakt n₁ sin(θ₁) = n₂ sin(θ₂).

BRECHUNG — IN WELCHE RICHTUNG, UND WANN NICHTS MEHR HINDURCHKOMMT

In welchem Brechungsfall bist du?

Das Snellius-Gesetz ist eine Gleichung, n₁sinθ₁ = n₂sinθ₂, und sie zu lesen heißt, die beiden Brechzahlen zu vergleichen. Ins langsamere Medium hinein knickt der Strahl zum Lot und kommt immer durch. Ins schnellere hinaus knickt er vom Lot weg — und jenseits eines Grenzwinkels kommt er gar nicht mehr hinaus. Dieser letzte Fall ist keine versagende Formel, sondern eine geänderte Physik.

Ins langsamere Medium — Knick zum Lot n₁ < n₂ ⇒ θ₂ < θ₁
Großer Brechzahlsprung — das Verhältnis macht die Arbeit sinθ₂ = (n₁/n₂) sinθ₁
Am Grenzwinkel — die Schwelle, die Licht einsperrt sinθc = n₂/n₁
Jenseits des Grenzwinkels — Totalreflexion θ₁ > θc ⇒ ∄θ₂

01

Ins langsamere Medium — Knick zum Lot

Was du weißt: n₁ < n₂. Licht wird beim Übertritt langsamer, der Brechungswinkel ist also kleiner als der Einfallswinkel. Es gibt immer einen durchgehenden Strahl.

Snellius: n₁ < n₂ ⇒ θ₂ < θ₁

Rechenbeispiel: Luft in Wasser, n₁ = 1 und n₂ = 1,33 bei 30° → sinθ₂ = 0,5/1,33 → θ₂ = 22,1°

Diesen Fall öffnen: Luft → Wasser
Ins langsamere Medium — Knick zum Lot. Beim Eintritt ins dichtere Medium neigt sich der Strahl zum Lot und läuft weiter. n₁ < n₂. Licht wird beim Übertritt langsamer, der Brechungswinkel ist also kleiner als der Einfallswinkel. Es gibt immer einen durchgehenden Strahl.
Beim Eintritt ins dichtere Medium neigt sich der Strahl zum Lot und läuft weiter.

02

Großer Brechzahlsprung — das Verhältnis macht die Arbeit

Was du weißt: n₂ ist viel größer als n₁. Nur das Verhältnis zählt, ein großer Kontrast knickt den Strahl also selbst bei flachem Einfall stark.

Snellius: sinθ₂ = (n₁/n₂) sinθ₁

Rechenbeispiel: Luft in Diamant, n₂ = 2,42 bei 15° → θ₂ = 6,1°; der Grenzwinkel von Diamant zurück nach Luft beträgt nur 24,4°

Diesen Fall öffnen: Luft → Diamant
Großer Brechzahlsprung — das Verhältnis macht die Arbeit. Eine hohe Brechzahl knickt den Strahl stark und verkleinert den Grenzwinkel für den Rückweg. n₂ ist viel größer als n₁. Nur das Verhältnis zählt, ein großer Kontrast knickt den Strahl also selbst bei flachem Einfall stark.
Eine hohe Brechzahl knickt den Strahl stark und verkleinert den Grenzwinkel für den Rückweg.

03

Am Grenzwinkel — die Schwelle, die Licht einsperrt

Was du weißt: n₁ > n₂, und der Einfall liegt genau bei sinθc = n₂/n₁. Der gebrochene Strahl streift mit 90° die Fläche entlang; einen Schritt weiter ist er weg.

Snellius: sinθc = n₂/n₁

Rechenbeispiel: Glas zu Luft, n₁ = 1,5 → θc = 41,8°. Die Voreinstellung liegt bei 42°, einen Hauch darüber, der Strahl wird also bereits vollständig reflektiert

Diesen Fall öffnen: Glasfaser
Am Grenzwinkel — die Schwelle, die Licht einsperrt. Genau am Grenzwinkel liegt der gebrochene Strahl flach auf der Fläche. n₁ > n₂, und der Einfall liegt genau bei sinθc = n₂/n₁. Der gebrochene Strahl streift mit 90° die Fläche entlang; einen Schritt weiter ist er weg.
Genau am Grenzwinkel liegt der gebrochene Strahl flach auf der Fläche.

04

Jenseits des Grenzwinkels — Totalreflexion

Was du weißt: n₁ > n₂ und θ₁ > θc. Snellius bräuchte sinθ₂ > 1, was kein Winkel erfüllt: Es gibt überhaupt keinen durchgehenden Strahl.

Snellius: θ₁ > θc ⇒ ∄θ₂

Rechenbeispiel: Glas zu Luft bei 50°, deutlich über dem Grenzwinkel von 41,8° → 100 % des Lichts werden ins Glas zurückgeworfen

Diesen Fall öffnen: Totalreflexion (Glas→Luft)
Jenseits des Grenzwinkels — Totalreflexion. Jenseits des Grenzwinkels geht nichts hindurch: Die Fläche wird zum perfekten Spiegel. n₁ > n₂ und θ₁ > θc. Snellius bräuchte sinθ₂ > 1, was kein Winkel erfüllt: Es gibt überhaupt keinen durchgehenden Strahl.
Jenseits des Grenzwinkels geht nichts hindurch: Die Fläche wird zum perfekten Spiegel.
Quellen (2)

Aufgaben vollständig gelöst

  1. Licht, das aus der Luft unter 30° auf Wasser trifft 5 Schritte

    Licht trifft bei 30° auf Wasser. Finde heraus, wohin es verläuft und wie viel reflektiert wird — finde dann den Winkel, unter dem ein Fisch überhaupt nicht mehr nach draußen sehen kann. n₁ = 1.00 (Luft), n₂ = 1.33 (Wasser).

    1. Brechung ist eine Aussage über die Komponente der Welle entlang der Oberfläche: Sie muss auf beiden Seiten übereinstimmen, sonst würden die Wellenfronten reißen. Diese Anpassungsbedingung ist das Snellius-Gesetz, und sie folgt genauso gut aus dem Fermatschen Prinzip.

    2. Löse nach dem Brechungswinkel auf. Der Simulator oben zeigt dies an, und der Strahl bricht sich zum Lot hin, weil er in das langsamere Medium eintritt.

    3. Wie viel reflektiert wird, ist eine separate Frage, die das Snellius-Gesetz nicht beantworten kann — dazu werden die Fresnelschen Formeln benötigt, die die beiden Polarisationsrichtungen unterschiedlich behandeln.

    4. Unpolarisiertes Licht ist eine gleiche Mischung, also bilde den Mittelwert. Das Werkzeug zeigt diesen Wert an, und mit 2% ist dies der Grund, warum ein Fenster ein Fenster und kein Spiegel ist.

    5. Kehre nun den Weg um. In der anderen Richtung — von Wasser zu Luft — gibt es einen Winkel, ab dem die Gleichung sin θ₂ > 1 verlangt, was keine Lösung hat.

    Antwort

    22.08°, wobei 2.11% reflektiert werden. Der Grenzwinkel von 48.75° ist der interessante: Ein Fisch, der nach oben blickt, sieht den gesamten Himmel in einen Kegel von etwa 98° direkt über sich komprimiert — „Snellius-Fenster“ — und außerhalb dieses Kegels ist die Oberfläche ein perfekter Spiegel, der ihm das Flussbett zeigt. Dasselbe Fehlen einer Lösung der Gleichung schließt Licht in einer Glasfaser ein, sodass die Daten der Welt auf einem Arcussinus reisen, der den Wertebereich verlassen hat.

  2. Ein auf 22,08° gebrochener Strahl mit einem Reflexionsgrad von 2,11% 6 Schritte

    Die Tafel bricht den Strahl auf 22,08° und meldet einen Reflexionsgrad von 2,11 %. Diese Zahl ist der Mittelwert zweier Größen, die sie nicht einzeln zeigt — und bei genau einem Winkel ist eine davon exakt null. Finde ihn.

    1. Beginne mit der Brechung, die die Tafel druckt, direkt aus dem Snelliusschen Gesetz bei 30° in Wasser.

    2. Sieh nun genauer hin, was der Reflexionsgrad eigentlich ist. Licht hat zwei Polarisationen bezüglich der Fläche, sie reflektieren unterschiedlich stark, und 2,11 % ist ihr Mittel. Mitteln lohnt nur, wenn beide vergleichbar sind.

    3. Schreibe den Fresnel-Koeffizienten der parallelen Polarisation hin und frage, wann sein Zähler verschwindet. Das ist eine ehrliche algebraische Frage mit exakter Antwort.

    4. Diese Bedingung lässt sich zu etwas Bemerkenswertem umformen: sie gilt genau dann, wenn reflektierter und gebrochener Strahl senkrecht aufeinander stehen. Eingesetzt wird daraus ein einziger Tangens.

    5. Setze das Wasser ein. Bei 53,06° reflektiert die parallele Komponente überhaupt nichts, und alles, was von der Fläche zurückkommt, ist in der anderen Richtung polarisiert.

    6. Beachte, wo das im Verhältnis zum anderen besonderen Winkel liegt, den das Werkzeug kennt — die Totalreflexion, die auf der anderen Seite der Grenzfläche und bei kleinerem Winkel wohnt.

    Antwort

    Beim Brewster-Winkel, 53,06° für Luft nach Wasser, ist das reflektierte Licht vollständig polarisiert, weil eine der beiden Komponenten null reflektiert. Das ist keine Kuriosität — es ist der Grund, warum ein Polfilter die Spiegelung auf einem See oder einer Windschutzscheibe auslöscht und die Szene dahinter unangetastet lässt, und warum man ihn dazu drehen muss. Die gemittelten 2,11 % auf der Tafel sind eine wahre Zahl, die die nützliche verbirgt: die interessante Physik liegt im Unterschied der beiden Polarisationen, nicht in ihrem Mittel.

Lernpfad

Lichtbrechung

Führt zu Strahlengang einer Linse die einzelne Grenzfläche und die Regel, die sie bestimmt, zusammen mit der Begründung dafür.

Beispielaufgaben