Lektion
Die Theorie — Multiples Testen
Eine Familie von Tests umfasst alle Hypothesentests zu einer gemeinsamen Fragestellung oder einem Datensatz. Ihre familienbezogene Fehlerrate ist die Wahrscheinlichkeit, mindestens eine wahre Nullhypothese abzulehnen: 1 − (1 − α)m₀, wenn m₀ unabhängige wahre Nullhypothesen jeweils zum Niveau α getestet werden. Bonferroni prüft jede der m Hypothesen zum Niveau α/m. Holm sortiert die p-Werte und prüft den i-t-kleinsten bei α/(m − i + 1); das Verfahren bricht beim ersten Test ab, der die Schwelle verfehlt. Beide halten die familienbezogene Fehlerrate bei höchstens α. Benjamini–Hochberg verwirft die k kleinsten p-Werte (wobei k der größte Index i mit p(i) ≤ iα/m ist) und hält die False Discovery Rate, den mittleren Anteil falscher Ablehnungen unter allen Befunden, bei unabhängigen Tests auf oder unter (m₀/m)α.
Was die einzelnen Symbole bedeuten
m- Anzahl der Tests in der Familie
m₀- Anzahl der wahren Nullhypothesen darunter; m − m₀ sind echte Effekte
α- Signifikanzniveau des unkorrigierten Einzeltests (hier 5 %)
p₍ᵢ₎- der i-t-kleinste p-Wert in der Familie
δ- Größe eines echten Effekts, gemessen in Standardfehlern der Teststatistik
- Setzt voraus
- Die Tests sind unabhängige zweiseitige z-Tests; der p-Wert einer wahren Nullhypothese ist zwischen 0 und 1 gleichverteilt; alle echten Effekte besitzen dieselbe Stärke; und die Testfamilie samt Umfang und Auswertungsregel wurde vor Erhebung der Daten festgelegt.
Aufgabe vollständig gelöst
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Was Bonferroni an Stichprobengröße kostet 3 Schritte
Eine Studie plant zwanzig Vergleiche und korrigiert diese mit Bonferroni. Jeder Einzelvergleich war auf 80 % Power bei 5 % ausgelegt. Um wie viel größer muss jede Stichprobe werden, um wieder auf 80 % Power zu kommen? Klick zuerst auf Fünf echte von zwanzig: Die Ergebnistabelle nennt die Effektstärke und deren Power unter Bonferroni.
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Aus der Simulation: 80 % Power bei 5 % entspricht einem Effekt von δ = 2,802 Standardfehlern. Bei Bonferronis Niveau von 0,0025 wird derselbe Effekt nur noch in 41,23 % der Fälle entdeckt:
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Vernachlässigt man die Wahrscheinlichkeit für ein Ausreißen in die Gegenrichtung (unter 10−6 bei 5 % und unter 10−11 bei 0,0025), verlangt eine Power von 80 % den Wert δ = z + 0,8416, wobei z der zweiseitige kritische Wert ist und Φ(0,8416) = 0,80 gilt. Bei 5 % ergibt das 1,960 + 0,842 = 2,802, bei 0,0025 hingegen 3,023 + 0,842 = 3,865:
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Der Standardfehler schrumpft mit 1/√n, also wächst δ proportional zu √n. Der Stichprobenumfang muss daher um das Quadrat dieses Verhältnisses anwachsen:
Antwort
Etwa 1,90-mal so viele Beobachtungen in jedem Vergleich, da (3,865/2,802)2 = 1,903 ist. Bei 100 Vergleichen läge Bonferronis Schwelle bei 0,0005 und der Faktor bei 2,38. Holm und Benjamini–Hochberg kommen mit weniger aus — um wie viel weniger, hängt davon ab, wie viele Effekte tatsächlich existieren. Die Tabelle auf der Seite zeigt, was die Verfahren finden; diese Rechnung kann das nicht.
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Lernpfad
Was p < 0,05 nicht verspricht
Quellen (2)
- The step-up rule the page calls Benjamini–Hochberg (reject the k smallest, k the largest i with p(i) ≤ (i/m)q*), the definition of the false discovery rate as E(V/R) with V/R = 0 when nothing is rejected (the table note), Theorem 1 and its lemma's bound E(Q) ≤ (m0/m)q* for independent test statistics (the second insight's 3.75%), that the FDR equals the FWER when every null is true (the second insight's agreement on noise), that the gain in power is larger when more of the hypotheses are false (the third insight), screening chemicals for drug development as a use for FDR control (the second insight), and that the procedure has greater power than Holm's (1979): Y. Benjamini and Y. Hochberg, "Controlling the False Discovery Rate: A Practical and Powerful Approach to Multiple Testing," Journal of the Royal Statistical Society, Series B (Methodological) 57 (1), 289–300 (1995).
- The first insight's comic: twenty jelly-bean colours tested against acne, green alone 'p < 0.05', and the newspaper's 'only 5% chance of coincidence': R. Munroe, "Significant," xkcd no. 882.