Lektion
Die Theorie — Spektrogramm
Ein Spektrogramm zeigt, wie sich das Spektrum eines Signals im Laufe der Zeit verändert. Das Signal wird in überlappende Abschnitte geschnitten. Jeder Abschnitt wird mit einem Fenster der Länge T multipliziert und Fourier-transformiert (die Kurzzeit-Fourier-Transformation). Die Amplituden werden dann nebeneinandergelegt. Ein T langes Fenster verwischt die Zeit um etwa T und die Tonhöhe um etwa 1/T. Keine einzige Länge kann also eng beieinanderliegende Tonhöhen und schnelle Veränderungen gleichzeitig abbilden. Zwei Tonhöhen im Halbtonabstand unterscheiden sich um Δf = f(21/12 − 1), und sie schweben einmal alle 1/Δf.
- Setzt voraus
- Reine Sinustöne von gleicher Lautstärke. Wenn eine echte Note Harmonische besitzt, sind die n-ten Harmonischen zweier Noten im Halbtonabstand n-mal weiter voneinander entfernt als die Noten selbst. Ein Spektrogramm trennt diese Harmonischen daher mit kürzeren Fenstern, als die Grundtöne verlangen. Wie viel von einem Bassklang in seinen Harmonischen sitzt, hängt vom Instrument ab.
Aufgabe vollständig gelöst
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Der tiefste Ton des Klaviers 4 Schritte
Das tiefste A auf einem Klavier ist A0, 27,5 Hz. Wie lang muss ein Hann-Fenster in einem Spektrogramm sein, um A0 und A♯0 in jedem Schnitt als zwei Spitzenwerte zu zeigen, und wie verhält sich das zu einer Sechzehntelnote bei 120 Schlägen pro Minute? Welches Fenster nutzt ein Constant-Q-Analysator wie der von Judith Brown dort? Klick zuerst auf Basstriller: Die Seite liefert die Zahlen für A1, eine Oktave höher.
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Der Halbton über A0:
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Ein Hann-Fenster braucht 1,8845 Schwebungen. Eine Oktave unter A1 halbiert sich der Abstand, also verdoppelt das Fenster die 576,2 ms der Seite:
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In Sechzehntelnoten bei 120 Schlägen pro Minute, jeweils 125 ms:
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Browns Constant-Q-Fenster umfassen Q = 34 Zyklen der analysierten Tonhöhe (Hamming-geformt, für Vierteltonauflösung). Ihre Länge ist also Q/f:
Antwort
Etwa 1,15 s, mehr als neun Sechzehntelnoten. Bei dieser Länge überspannt ein Fenster mehr als neun Noten einer schnellen Passage in der untersten Oktave des Klaviers. Browns Fenster bei A0, 1,24 s, ist sogar noch länger. Bei A4 landen seine 77,3 ms nahe den 72,0 ms der Seite für Hann, resultierend aus einem anderen Kriterium.
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Lernpfad
Die Fourier-Transformation in der Praxis
Quellen (2)
- How long a window must be to resolve two sinusoids Δf apart: M ≥ K fₛ/|f₂ − f₁|, “the window length M must span at least K periods of the difference frequency”, with K = 2 for the rectangular window and 4 for Hann, a sharper empirical K* of 1.44 and 2.36, and the summary that “the window must ‘see’ at least 1.5 cycles of the minimum difference frequency”: J. O. Smith III, Spectral Audio Signal Processing, W3K Publishing (2011), “Resolving Sinusoids”, “Simple Sufficient Condition for Peak Resolution” and “Summary”.
- The constant-Q transform, built because the DFT's fixed resolution does not suit musical pitch: “for the ratio of frequency to bandwidth to be a constant (constant Q), then the window size must vary inversely with frequency”, with Q = f/δf = f/0.029f = 34 for quarter-tone resolution and window length N[k] = (S/fₖ)Q samples (p. 427): J. C. Brown, “Calculation of a constant Q spectral transform”, Journal of the Acoustical Society of America, vol. 89, no. 1, pp. 425–434 (1991).