Lektion
Die Theorie — Bodentemperatur: Jahreszeiten unter der Erde
Wenn die Temperatur an der Oberfläche eines einheitlichen Bodens als Sinus mit der Periode P schwankt, beträgt die Schwankung in der Tiefe z e−z/d der Oberfläche und kommt (z/d)·P/2π später an. Dabei ist d = √(κP/π) die Dämpfungstiefe und κ die Temperaturleitfähigkeit des Bodens. Beide Effekte werden durch eine einzige Zahl bestimmt, nämlich z/d. Bei z = πd ist die Schwankung exakt eine halbe Periode verzögert.
Was die einzelnen Symbole bedeuten
d- die Dämpfungstiefe √(κP/π), über die eine Schwankung um den Faktor e fällt; etwa 2 m für das Jahr in trockenem Boden, 10 cm für den Tag
z- die Tiefe unter der Oberfläche
P- die Periode der Oberflächenschwankung: ein Jahr von 365,2422 Tagen oder ein Tag
κ- die Temperaturleitfähigkeit des Bodens in m²/s
Aufgabe vollständig gelöst
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Kelvins Erdalter 3 Schritte
Im Jahr 1862 betrachtete William Thomson, der spätere Lord Kelvin, die Erdkruste als Gestein mit κ = 400 Quadratfuß pro Jahr. Er ging davon aus, dass sie als fester Block begann, der 7.000 °F heißer war als die heutige Oberfläche, und seither über diese Oberfläche abkühlt. Messungen zufolge erwärmt sich der Boden um etwa 1 °F für jede 50 Fuß Tiefe. Wie alt war die Erde demnach? Klick zuerst auf Thomsons Gestein, 1 m: Die Seite zeigt, wie sich dieses κ auf die jährliche Welle auswirkt.
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In metrischen Einheiten entspricht Thomsons κ den 1,178 mm²/s im κ-Feld, und seine jährliche Schwankung fällt um e alle
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Gestein, das einheitlich heiß beginnt und ab dem Zeitpunkt 0 über seine Oberfläche abgekühlt wird, weist an der Oberfläche den Gradienten G = ΔT/√(πκt) auf. Das ist Fouriers Lösung, wie Thomson sie notierte. Löse nach t auf, in seinen eigenen Einheiten °F, Fuß und Jahre:
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Die Antwort verhält sich umgekehrt proportional zum Quadrat des Gradienten, der einzigen gemessenen Zahl. Ein halber Gradient macht die Erde viermal so alt. Thomsons hohe Schätzung für schmelzendes Gestein, 10.000 °F, ergibt
Antwort
Etwa 97,5 Millionen Jahre. Thomson schrieb 98.000.000. Da niemand wusste, wie sich Gestein bei hohen Temperaturen verhält, veranschlagte er ein Alter zwischen 20 und 400 Millionen Jahren. Das heute anerkannte Alter liegt bei 4,54 Milliarden. Die übliche Erzählung gibt der Radioaktivität die Schuld, doch das ist falsch: Fügst du die radioaktive Wärme der Erde in diese Berechnung ein, ändert sich das Ergebnis kaum. Was scheitert, ist die Annahme, dass sich im Inneren nichts bewegt. 1895 wies John Perry darauf hin, dass ein fließendes Inneres Wärme viel schneller nach oben transportieren kann als die reine Wärmeleitung, selbst wenn das heiße Gestein nur kriecht. Dann sagt der Gradient an der Oberfläche kaum etwas darüber aus, wie lange die Erde schon abkühlt.
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Lernpfad
Die Wärmeleitungs-, Wellen- und Laplace-Gleichung
Quellen (3)
- Fourier's solution for a periodic surface temperature stated as a law, the retardation of the epoch in radians equal to the diminution of the logarithm of the amplitude, and tested on Forbes's thermometers at 3, 6, 12 and 24 French feet in the rock of Calton Hill (Table IV, thirteen years, 1842–1854: 0.1160 and 0.1156 per French foot from 3 to 24 feet), with k/c of 235.1, 260.5 and 690.7 square French feet a year for the three Edinburgh sites (§§11, 21, 35–38); and the age of the Earth from the cooling of a solid half-space, κ = 400 square feet a year and 1 °F per 50 feet, 98,000,000 years for 7,000 °F and limits of 20 and 400 million (§§6, 10–16): W. Thomson, "On the reduction of observations of underground temperature; with application to Professor Forbes' Edinburgh observations, and the continued Calton Hill series", Transactions of the Royal Society of Edinburgh 22 (1861), 405–427, doi:10.1017/S0080456800030702; and "On the secular cooling of the Earth", same journal, 23 (1862), 157–169, doi:10.1017/S0080456800018512. Both reprinted in his Mathematical and Physical Papers, vol. III (Cambridge University Press, 1890), Arts. XCIII and XCIV.
- Kelvin's calculation re-run with modern values, and the case that radioactivity does not invalidate it (adding the Earth's radioactive heat barely changes the answer) while convection in the interior, argued by John Perry in 1895, does: P. England, P. Molnar and F. Richter, "John Perry's neglected critique of Kelvin's age for the Earth: A missed opportunity in geodynamics", GSA Today 17(1) (2007), 4–9.
- The periodic solution and its damping, Example 5.7 (the coldest ground in high summer at three quarters of π damping depths); the thermal diffusivities of dry mineral soil, 4 × 10⁻⁷ m²/s, and granite, about 7.4 × 10⁻⁷ (Table A.2); and the accepted age of the Earth, 4.54 billion years (Problem 5.45): J. H. Lienhard V and J. H. Lienhard IV, A Heat Transfer Textbook, 6th edition. Phlogiston Press, Cambridge, Massachusetts, 2024. §5.6 and Example 5.7, pp. 233–235; Problem 5.45; Table A.2, p. 744.