Lektion
Die Theorie — Dampfdruck & Siedepunkt (Clausius-Clapeyron)
Der Dampfdruck einer Flüssigkeit ist der Druck ihres eigenen Dampfes im Gleichgewicht mit ihr, und er steigt mit der Temperatur steil an. Die Flüssigkeit siedet bei der Temperatur, bei der dieser Druck den Umgebungsdruck erreicht. Die Clausius-Clapeyron-Gleichung beschreibt diesen Anstieg: ln(P2/P1) = −(ΔHvap/R)(1/T2 − 1/T1). Trägt man ln P gegen 1/T auf, ergibt sich eine Gerade mit der Steigung −ΔHvap/R. In die eine Richtung gelesen verwandelt sie einen Druck in einen Siedepunkt; in die andere Richtung verwandelt sie zwei Siedepunkte in eine Verdampfungsenthalpie.
Was die einzelnen Symbole bedeuten
P- der Druck über der Flüssigkeit, absolut, in bar: 1,01325 auf Meereshöhe
T_b- der Siedepunkt, in der Formel in Kelvin
ΔH_vap- die molare Verdampfungsenthalpie: 40,65 kJ/mol für Wasser bei 100 °C
R- die Gaskonstante, 8,314 J/(mol·K)
- Setzt voraus
- Drei Dinge, von denen jedes irgendwo falsch ist. Die Verdampfungsenthalpie ist bei jeder Temperatur gleich, obwohl sie am Tripelpunkt 45,05 kJ/mol beträgt und am kritischen Punkt null. Der Dampf ist ein ideales Gas. Die Flüssigkeit nimmt daneben keinen Raum ein. Über den mittleren Bereich dieser Seite heben sich die Fehler größtenteils gegenseitig auf; das ist die zweite Erkenntnis. Der Ankerpunkt liegt bei 100 °C und 1 atm, genau wie auf der Seite zu den kolligativen Eigenschaften, die ihre ebullioskopische Konstante aus denselben 40,65 kJ/mol bezieht. Auf der ITS-90-Skala liegt der gemessene normale Siedepunkt bei 99,97 °C. Und der Druck ist absolut: Das Manometer eines Einkochtopfs misst nur den Überdruck gegenüber der Luft.
- Versagt, wenn
- In der Nähe des kritischen Punktes bei 373,95 °C und 220,64 bar, wo die Verdampfungsenthalpie auf null sinkt und Flüssigkeit und Dampf nicht mehr voneinander unterscheidbar sind; das Modell besitzt keinen kritischen Punkt und läuft einfach weiter. Unterhalb des Tripelpunktes existiert überhaupt keine Flüssigkeit mehr, und Eis hat seine eigene Kurve, bestimmt durch die Sublimationsenthalpie. Und für ein Gemisch, bei dem sich der Dampfdruck auf die Bestandteile aufteilt und der Siedepunkt steigt, während der flüchtigere Stoff entweicht, reicht die Kurve einer einzigen Flüssigkeit nicht aus.
Aufgabe vollständig gelöst
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Ein Einkochtopf im Everest-Basislager 4 Schritte
Das Gewicht eines Einkochtopfs hält den Dampf auf einem festgelegten Druck über dem Umgebungsdruck. Auf Meereshöhe liefern 10,5 psi auf dem Manometer die 240 °F der USDA. Welchen Überdruck erfordern 240 °F im Everest-Basislager, wo die West-Expedition 400,4 Torr gemessen hat, und wie heiß wird dort ein Einkochtopf mit einem 15-psi-Gewicht? Klick auf Einkochtopf (10,5 psi) für den Fall auf Meereshöhe.
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Ein Manometer misst den Überdruck gegenüber der Luft, und das Wasser siedet beim absoluten Druck. Auf Meereshöhe sind 10,5 psi gleich 0,7239 bar über 1,01325, also insgesamt 1,7372 bar, und die Seite setzt den Siedepunkt dort auf 116,01 °C an.
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Im Basislager liefert die Luft 400,4 Torr, also 0,5338 bar. Dieselben 10,5 psi ergeben nun nur noch 1,2578 bar, und das Wasser siedet bei 106,26 °C.
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Lass das Modell rückwärts laufen: Bei welchem absoluten Druck siedet Wasser bei 240 °F, was 115,56 °C entspricht?
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Zieh davon ab, was die Luft bereits liefert, und rechne den Rest in die Einheiten des Manometers um.
Antwort
17,08 psi auf dem Manometer, 1,1779 bar über dem Luftdruck. Ein 15-psi-Gewicht im Basislager hält 1,5680 bar, und das Wasser siedet laut Modell bei 112,86 °C und laut IAPWS-95 bei 112,69 °C: Damit fehlen beim einen 2,69 K auf 240 °F und beim anderen 2,87 K. Das Gewicht legt fest, wie weit der Dampfdruck den Luftdruck übersteigen darf. Aber die Luft ist genau das, was der Berg weggenommen hat. Deshalb rät die USDA jedem, der über 1.000 Fuß Höhe einkocht, den Druck zu erhöhen.
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Lernpfad
Gemische und Lösungen
Quellen (3)
- The measured curve the page holds its model against: water's saturation table, from the triple point to the critical point, as the NIST WebBook evaluates IAPWS-95: NIST Chemistry WebBook, NIST Standard Reference Database 69: "Thermophysical Properties of Fluid Systems", water, saturation properties. Source equation: W. Wagner and A. Pruß, J. Phys. Chem. Ref. Data 31(2), 2002, pp. 387-535.
- The canner: 240 °F at 10.5 psi on the gauge at sea level, why low-acid food needs it, and the instruction to add pressure above 1,000 feet: U.S. Department of Agriculture, Complete Guide to Home Canning. Agriculture Information Bulletin No. 539, revised 2015.
- The two Everest pressures, 253.0 Torr on the summit and 400.4 Torr at base camp, measured on the American Medical Research Expedition to Everest: J. B. West, S. Lahiri, K. H. Maret, R. M. Peters Jr and C. J. Pizzo, "Barometric pressures at extreme altitudes on Mt. Everest: physiological significance." Journal of Applied Physiology 54(5), 1983, pp. 1188-1194. DOI 10.1152/jappl.1983.54.5.1188