Lektion
Die Theorie — Luftspiegelungen: Von heißer und kalter Luft gekrümmtes Licht
Eine Luftspiegelung ist ein Bild, das durch Licht entsteht, welches sich durch Luft gekrümmt hat, deren Brechungsindex sich mit der Höhe ändert. Entlang eines Strahls in horizontalen Schichten bleibt n cos θ konstant (θ über der Waagerechten; auf der gekrümmten Erde mit m = n + z/R anstelle von n). Daher wird eine Sichtlinie, die das Auge im Tiefenwinkel α verlässt, vor dem Boden wieder nach oben umgelenkt, wann immer m(H) cos α > m(0) gilt. Dort, wo m am Boden am kleinsten ist, wie etwa über einer Straße, die heißer als die Luft ist, trennt der Streifwinkel αc = arccos(m(0)/m(H)) ≈ √(2Δm), mit Δm = m(H) − m(0), die Sichtlinien, die auf den Boden treffen, von denen, die davor umkehren. Das Auge, das den Strahl geradlinig extrapoliert, verortet den Beginn der Luftspiegelung daher bei H / tan αc.
Was die einzelnen Symbole bedeuten
n- Brechungsindex der Luft; n − 1 = 7,86×10⁻⁴ p/(273 + t) für trockene Luft, p in kPa und t in °C
α_c- der Winkel der streifenden Sichtlinie unter der Waagerechten
m- der Brechungsindex unter Einbezug der Erdkrümmung, n + z/R
k- wie stark sich ein waagerechter Strahl krümmt, als Bruchteil der Erdkrümmung
γ- wie schnell sich die Luft mit der Höhe erwärmt, in K pro Meter; negativ bei Abkühlung
- Setzt voraus
- Trockene Luft, horizontal einheitliche Schichten und die einfache NIST-Formel für den Brechungsindex. NIST gibt diese für 0 bis 35 °C an; für höhere Temperaturen, wie an einer Straßenoberfläche, nutzt die Seite deren Term für trockene Luft weiter. Dieser entspricht der Dichte eines idealen Gases, allerdings ohne diese Garantie. Eine reale heiße Oberflächenschicht ist turbulent, weshalb eine echte Luftspiegelung flimmert.
Aufgabe vollständig gelöst
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Wie heiß muss die Straße sein, damit die Pfütze in 100 m Entfernung beginnt? 4 Schritte
Das Auge am Steuer befindet sich 1,2 m über der Straße und die Luft hat 30 °C. Die Seite platziert die Pfütze auf einer 50 °C heißen Straße in 209,3 m Entfernung. Wie heiß müsste die Straßenoberfläche sein, damit sie bereits bei 100 m beginnt? Klick auf Heiße Straße, im Auto, um den ersten Schritt zu überprüfen.
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Aus der Seite, im Anfangszustand:
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Kehre das Ganze um. Damit der Rand in 100 m Entfernung liegt, muss die streifende Sichtlinie das Auge unter folgendem Winkel verlassen:
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Diese Sichtlinie streift die Straße, also muss der Brechungsindex an der Straßenoberfläche m(0) = m(H) cos α erfüllen. Am Auge, in Luft bei 30 °C, gilt m(H) = 1,000263003:
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Löse die NIST-Formel nach der Temperatur auf, die diese Refraktivität ergibt, mit dem Druck auf Straßenhöhe:
Antwort
Etwa 144 °C. Fügst du eine Straße mit 144 °C in die Luft der Seite ein, liegt der Rand wieder bei 100,0 m. Das ist heißer als kochendes Wasser und liegt weit außerhalb des Temperaturbereichs, für den NIST seine Formel bürgt. Der Rand rückt nur langsam näher: 290,1 m für eine Straße, die 10 °C wärmer ist als die Luft, 209,3 m bei 20 °C, 152,9 m bei 40 °C. Die Pfütze bleibt weit voraus, weil Δn so klein ist: 1,62×10⁻⁵ für eine Straße, die 20 °C wärmer ist als die Luft.
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Lernpfad
Kürzeste Zeit, kleinste Wirkung
Quellen (3)
- The refractive index of air: the Ciddor and Edlén equations and, in Appendix B, the shop-floor formula this page uses with the humidity term at zero, with the range of temperatures it is stated for: J. A. Stone and J. H. Zimmerman, "Index of Refraction of Air", Engineering Metrology Toolbox, National Institute of Standards and Technology, Appendix B "Simple Shop-floor Formula for Refractive Index of Air".
- How mirages form: the hot-road mirage starting at the line of sight that meets the ground at the critical angle; why rays curve; the gradient at which a level ray follows the Earth; and ducts: A. T. Young, "An Introduction to Mirages" and "Calculating Ray Bending", web pages in the series "Mirages and Green Flashes", San Diego State University.
- The Novaya Zemlya effect on Barents' third voyage: the Sun seen on 24 January 1597 while its centre was 5° 26′ below the horizon, reconstructed by ray tracing through a temperature inversion: S. Y. van der Werf, G. P. Können, W. H. Lehn, F. Steenhuisen and W. P. S. Davidson, "Gerrit de Veer's true and perfect description of the Novaya Zemlya effect, 24–27 January 1597", Applied Optics 42(3), 379–389 (2003).