| Für ein Polynom g | |
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| Der Name für die fehlende Formel |
Lektion
Die Theorie — Nicht-elementare Integrale
Eine Funktion heißt elementar, wenn sie aus x und Konstanten durch endlich viele Additionen, Multiplikationen, Divisionen, Wurzeln von Polynomgleichungen, Exponentialfunktionen und Logarithmen gebildet werden kann; komplexe Werte sind erlaubt, was die trigonometrischen Funktionen und ihre Umkehrungen einbezieht. Ein Integrand hat eine elementare Stammfunktion, wenn ein elementares F existiert, für das F′ = f gilt. Liouvilles Satz schränkt die Form ein, die ein solches F annehmen kann, und für f·eg mit rationalen f und g, wobei g nicht konstant ist, wird er zu einem einzigen Test: Eine elementare Stammfunktion existiert genau dann, wenn R′ + g′R = f eine rationale Lösung R hat, und dann ist R·eg eine davon.
Was die einzelnen Symbole bedeuten
R- die rationale Funktion, nach der Liouvilles Test sucht; für g(x)e−x² muss sie ein Polynom sein
K- g₀ + g₂/2 + 3g₄/4 + 15g₆/8 + …, das Vielfache von ∫e−x² dx, das nach der partiellen Integration übrig bleibt: die durch √π geteilte Gesamtfläche
Woher die Formel kommt
- Wie jede Lösung aussehen muss. Der Satz von Liouville engt die Suche auf eine einzige Gestalt ein: Wenn ∫g(x)e−x² dx eine Formel hat, lautet sie R(x)e−x² für ein Polynom R. Leite das ab und verlange, dass es gleich g ist.
- Vergleiche die Koeffizienten. Für ein kubisches g ist R quadratisch. Die Terme mit x³ und x lassen sich immer abgleichen. Der x²-Term und das Absolutglied legen r₁ beide fest: einmal als −g₂/2 und einmal als g₀. Sie stimmen nur überein, wenn g₀ + g₂/2 = 0.
- Versagt, wenn
- Der Test auf dieser Seite deckt f·eg mit rationalen f und g ab, und durch x = eu auch die Integranden xm/ln x. Quadratwurzeln von Polynomen erfordern ein anderes Argument: Conrads Beispiel 4.3 erklärt, warum ∫dx/√P(x) für ein P vom Grad 3 oder höher ohne mehrfache Nullstellen nicht elementar ist, und Hardy schreibt Liouville die klassischen elliptischen Integrale zu, darunter auch die Bogenlänge einer Ellipse.
Aufgaben vollständig gelöst
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Der elementare Nachbar 2 Schritte
Bestimme ∫x e−x² dx.
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Das x ist das −½-Fache der Ableitung von −x², also substituiere:
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Eine Exponentialfunktion:
Antwort
−½e−x² + C. Ein einziger Faktor x macht den gesamten Unterschied zu ∫e−x² dx aus, für das es überhaupt keine geschlossene Formel gibt.
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Vier Nachkommastellen aus einer Reihe 3 Schritte
Berechne ∫01 e−x² dx auf vier Nachkommastellen genau.
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Hier hilft keine Stammfunktion weiter, doch e−x² besitzt eine Potenzreihe, die du gliedweise integrieren kannst:
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Die Terme alternieren und werden immer kleiner; addiere sie, bis der nächste nicht mehr ins Gewicht fällt:
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Bei einer alternierenden Reihe ist der Fehler kleiner als der erste weggelassene Term:
Antwort
0,7468. Brichst du einen Term früher bei 1/1320 ab, bleibt eine Fehlerschranke von 1/9360 ≈ 1,1×10⁻⁴ – das bürgt noch nicht für die vierte Nachkommastelle.
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Dasselbe Verfahren bei sin(x²) 2 Schritte
Berechne ∫01 sin(x²) dx auf vier Nachkommastellen genau.
Lösung anzeigen
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Auch sin(x²) besitzt keine elementare Stammfunktion. Seine Potenzreihe, gliedweise integriert:
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Drei Terme genügen, und der vierte beschränkt den Fehler:
Antwort
0,3103. Das ist ein Fresnel-Integral: Augustin Fresnel benötigte es 1818 für seine Theorie der Lichtbeugung.
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Partiell integrieren bis zum Integral ohne geschlossene Form 3 Schritte
Bestimme ∫x² e−x² dx und dessen Wert von 0 bis ∞, gegeben sei ∫0∞ e−x² dx = √π/2.
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Zerlege x² e−x² in x · x e−x²; für den zweiten Faktor kennst du die Stammfunktion aus der ersten Aufgabe:
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Nach einem Schritt partieller Integration bleibt ∫e−x² dx übrig. Dafür gibt es keine geschlossene Form, also bleibt das Integral stehen:
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Auf [0, ∞) ist der Randterm an beiden Grenzen 0, und das verbleibende Integral ist bekannt:
Antwort
−½x e−x² + (√π/4) erf x + C sowie √π/4 ≈ 0,4431 auf [0, ∞). erf ist die Bezeichnung für das Integral ohne geschlossene Form, so skaliert, dass es gegen 1 strebt.
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Zwei Teile ohne geschlossene Form, die zusammen eine ergeben 1 Schritte
Bestimme ∫ex(1/x − 1/x²) dx für x > 0.
Lösung anzeigen
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Weder ∫eˣ/x dx noch ∫eˣ/x² dx ist elementar. Leite aber einmal eˣ/x mit der Quotientenregel ab:
Antwort
eˣ/x + C. Der Satz von Liouville bezieht sich auf den gesamten Integranden: Eine Summe kann eine geschlossene Form haben, selbst wenn keiner ihrer Summanden eine besitzt.
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Welches c macht (4x⁴ + c)e^(−x²) integrierbar? 4 Schritte
Für welches c hat (4x⁴ + c)e−x² eine elementare Stammfunktion, und wie lautet sie? Die Felder der Seite enden bei x³. Klick auf Ausgeglichen für dieselbe Frage einen Grad tiefer.
Lösung anzeigen
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Durch partielle Integration lässt jedes x2m genau (2m − 1)!!/2m mal ∫e−x² dx übrig; für x⁴ ist dieses Gewicht 3/4. Addiere die Überbleibsel:
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Für eine Formel muss das Überbleibsel verschwinden:
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Dann hat R den Grad 3. Gleicht man die Potenzen von R′ − 2xR = 4x⁴ − 3 von oben nach unten ab:
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Prüfe durch Ableiten:
Antwort
c = −3, und ∫(4x⁴ − 3)e−x² dx = −(2x³ + 3x)e−x² + C. Jedes andere c lässt (c + 3)∫e−x² dx übrig, wofür es keine Formel gibt, und die Gesamtfläche ist dann (c + 3)√π statt null.
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Lernpfad
Integrationstechniken
Quellen (2)
- The criterion the page runs: “Choose f, g ∈ ℂ(X) with f ≠ 0 and g nonconstant. The function f(x)e^g(x) can be integrated in elementary terms if and only if there exists a rational function R ∈ ℂ(X) such that R′(X) + g′(X)R(X) = f(X)” (Theorem 4.4, p. 8), deduced from Liouville's theorem (Theorem 4.1) and proved in §5; applied to e^(−x²) in Example 4.6 and to eˣ/x, equivalently dt/log t, in Example 4.7 (pp. 9–10). Example 4.3 gives ∫dx/√P(x) for P of degree 3 or more without repeated roots: B. Conrad, “Impossibility theorems for elementary integration”, Clay Mathematics Institute Academy Colloquium lecture notes (2005), Theorems 4.1 and 4.4, Examples 4.3, 4.6 and 4.7.
- Liouville's results and their dates: the theorem that an elementary ∫eˣy dx (y algebraic) must be eˣ times a rational expression in y, from his 1835 memoir in Crelle's Journal (vol. 13, pp. 93–118), with “the ‘logarithm-integral’ … is really a new transcendent” (ch. VI §4, pp. 58–59); the reduction of every ∫eˣR(x) dx to ∫eˣ/x dx (p. 58, the eˣ(1 − 1/x)³ and eˣ(1 − 2/x)² examples); a footnote crediting the general method with “the ‘error function’ integral ∫e^(−x²) dx is not an elementary function” (§5, p. 59); Liouville's proof for the standard elliptic integrals (ch. V §19, p. 47); and the bibliography of his memoirs, 1833–1840: G. H. Hardy, The Integration of Functions of a Single Variable, 2nd ed., Cambridge Tracts in Mathematics and Mathematical Physics no. 2, Cambridge University Press (1916), Chapter V §19, Chapter VI §§4–5, and Appendix I.