Lektion
Die Theorie — Die Beugungsgrenze
Die Beugungsgrenze ist das feinste Winkeldetail, das eine Öffnung mit dem Durchmesser D in Licht der Wellenlänge λ zeigen kann. Eine punktförmige Lichtquelle erzeugt durch eine ungestörte runde Öffnung das Airy-Scheibchen. Das ist I = I0[2J1(v)/v]² mit v = πD sin θ/λ. Der erste dunkle Ring liegt bei sin θ1 = 1,21967 λ/D. Nach dem Rayleigh-Kriterium sind zwei gleich helle Punkte gerade noch aufgelöst, wenn beide auf dem ersten dunklen Ring des jeweils anderen liegen. Die Helligkeit in der Mitte fällt dann auf 73,50 % des Maximums. Das Sparrow-Kriterium (1916) nimmt jenen Abstand, bei dem die Senke zwischen den beiden gerade verschwindet. Für dieses Muster sind das 0,947 λ/D.
Was die einzelnen Symbole bedeuten
D- der Durchmesser der Öffnung: eine Pupille, eine Linse, ein Spiegel
λ- die Wellenlänge des Lichts
θ_1- der Winkel vom Zentrum des Bildes eines Punktes bis zu seinem ersten dunklen Ring, 1,21967 λ/D
α- der Winkel zwischen den beiden Punkten, von der Öffnung aus gesehen, s/d
d- die Entfernung von der Öffnung zu den beiden Punkten
- Versagt, wenn
- Der Fangspiegel von Hubble verdeckt die Mitte seiner Öffnung. Der Spiegel des JWST besteht aus achtzehn hexagonalen Segmenten. Deshalb erzeugt keines der beiden ein perfektes Airy-Muster. Ein verdecktes Zentrum verschmälert den Kern leicht und schiebt Licht nach außen in die Ringe. Die Ränder der Segmente erzeugen zusätzliche Spikes. Ein Teleskop auf der Erde blickt durch sich bewegende Luftschichten. Diese verschmieren das Bild normalerweise viel stärker als die Beugungsgrenze des Spiegels, es sei denn, eine adaptive Optik gleicht das aus.
Aufgabe vollständig gelöst
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Wie groß müsste ein Spiegel sein, um die Landefähre aufzulösen? 3 Schritte
Die Landebeine einer Mondlandefähre überspannen 9,4 m. Wie groß müsste ein Spiegel sein, damit die beiden Seiten von der Erde aus in grünem Licht von 550 nm genau einen ersten dunklen Ring voneinander entfernt sind? Das Eingabefeld für den Durchmesser endet bei 10 m, das reicht für die Antwort nicht aus. Klick zuerst auf Hubble und Landefähre: Die Seite liefert dir θ1 und die 107,4 m.
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Die beiden Seiten sind α = s/d voneinander entfernt. Setze das mit θ1 = 1,21967 λ/D gleich und löse nach D auf:
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Dasselbe mit dem Wert der Seite: Hubbles Grenze auf dem Mond liegt bei 107,4 m. Das ist das 11,4-Fache von 9,4 m. Da sich die Grenze wie 1/D verhält, ergibt sich:
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Im Infraroten bei 2 µm muss das Verhältnis D/λ gleich bleiben. Der Spiegel wächst also proportional zu λ:
Antwort
Etwa 27,4 m. Das ist das 11,4-Fache von Hubbles Spiegel. Bei 2 µm bräuchte man schon 99,8 m. Selbst dann würde die Landefähre nur zwei überlappende Airy-Muster im Rayleigh-Abstand erzeugen und kein klares Bild eines Raumschiffs. Um wirklich ihre Form zu erkennen, braucht man gleich mehrere Auflösungselemente über ihre gesamte Breite hinweg.
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Lernpfad
Wellenoptik
Quellen (3)
- Airy's own derivation of the pattern a round object-glass makes of a star: “The image of a star will not be a point but a bright circle surrounded by a series of bright rings”, their sizes “inversely as the aperture”; the central spot at half its light at n = 1.616 and “a black ring, when n = 3,832” (p. 287): G. B. Airy, “On the Diffraction of an Object-glass with Circular Aperture”, Transactions of the Cambridge Philosophical Society, vol. 5, pp. 283–291 (1835; read 24 November 1834).
- The Apollo 11 lunar module's size: the descent stage “an octagonal prism 4.2 meters across”, and “the distance between the ends of the footpads on opposite landing legs was 9.4 m”: NASA Space Science Data Coordinated Archive, “Apollo 11 Lunar Module / EASEP”, NSSDCA ID 1969-059C.
- JWST's mirror and where it becomes diffraction-limited: the primary is “18 hexagonal segments … which, when properly phased together, act as a single mirror ~6.5 m in diameter”, and “At wavelengths λ > 2 μm, JWST obtains diffraction-limited imaging with a Strehl ratio = 0.8”: Space Telescope Science Institute, JWST User Documentation: “JWST Telescope” and “MIRI Point Spread Functions”.