Lektion
Die Theorie — Bögen, Seile & die Stützlinie
Die Stützlinie ist der Weg, den die Druckkraft durch einen Bogen nimmt: an jeder Fuge zwischen den Steinen jener Punkt, an dem die Resultierende aller darüber liegenden Kräfte diese Fuge kreuzt. Ein Bogen aus Blöcken, die keinen Zug aufnehmen können, steht, solange irgendeine Stützlinie vollständig innerhalb des Mauerwerks verläuft. Das ist Jacques Heymans Sicherheitstheorem, und jeder Punkt, an dem die Linie eine Außenfläche berührt, ist ein potenzielles Gelenk. Ein Seil ist exakt dasselbe unter Zug. Seine Form entspricht der Seillinie seiner Last: eine Parabel für eine gleichmäßig über die Spannweite verteilte Last, eine Kettenlinie für eine gleichmäßig entlang des Seils selbst verteilte Last.
Was die einzelnen Symbole bedeuten
H- der Horizontalschub, in kN pro Meter Breite für den Bogen und in kN für das Seil. In jedem Querschnitt gleich, da nichts zur Seite schiebt
t- die Dicke des Bogens. Die Seite sucht die kleinste, die noch eine Stützlinie aufnehmen kann
R- der Radius einer kreisförmigen Mittellinie. Bei einem Halbkreis ist t ÷ R jene Zahl, die du mit Milankovićs 0,1075 vergleichst
w_d- eine Last pro Meter Spannweite, wie eine Fahrbahn. Allein für sich lässt sie ein Seil als Parabel hängen
w_c- eine Last pro Meter Seil, wie sein Eigengewicht. Allein für sich lässt sie ein Seil als Kettenlinie hängen
- Setzt voraus
- Die Steine können keinen Zug über eine Fuge hinweg aufnehmen, sind auf Druck stark genug, um niemals zerdrückt zu werden, und können nicht aufeinander gleiten. Das sind Heymans drei Annahmen, und die zweite Erkenntnis hier prüft die mittlere davon. Die Seite behandelt außerdem jeden Stein als starr und lässt den Bogen nur sein eigenes Gewicht tragen. Das Seil besitzt keinerlei Biegesteifigkeit, und seine Auflager liegen auf gleicher Höhe.
Aufgabe vollständig gelöst
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Die Zugkraft im Hauptseil einer Hängebrücke 5 Schritte
Ein Hauptseil überspannt 1.280 m zwischen den Pylonen mit einem Durchhang von 143 m. Es trägt 100 kN Fahrbahn pro Meter Spannweite und wiegt 40 kN pro Meter seiner eigenen Länge. Schätze die Zugkraft an den Pylonen, ohne die Kurve zu berechnen. Klick dann auf Seil wie Golden Gate und schau, wie gut die Schätzung ist.
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Behandle die gesamte Last so, als wäre sie gleichmäßig über die Spannweite verteilt. Das rechnet das Seil als 1.280 m lang, was es nicht ganz ist:
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Eine gleichmäßig über die Spannweite verteilte Last lässt ein Seil als Parabel hängen, und bei einer Parabel ergibt sich der Horizontalzug aus einem Moment des Halbseils um den Pylon:
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Jeder Pylon trägt die Hälfte der Gesamtlast direkt nach oben:
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Am Pylon zieht das Seil entlang seiner eigenen Richtung. Diese Zugkraft vereint die beiden Komponenten:
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Die Seite berechnet die Kurve exakt. Das Seil ist 1.321,48 m lang, sein Eigengewicht beträgt also 52,86 MN anstatt 51,20, und die wahren Werte sind ein wenig höher:
Antwort
Etwa 219,6 MN an jedem Pylon laut der Parabel, gegenüber 220,80 MN aus der exakten Kurve. Das ist 0,54 % zu niedrig. Die Parabel weicht ab, weil das Seil 3,2 % länger als die Spannweite ist, und das Gewicht des Seils 29 % der Last ausmacht. Für eine erste Dimensionierung des Seils ist das so gut wie das genaue Ergebnis. Und es brauchte nur ein Moment und eine Quadratwurzel.
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Lernpfad
Wohin die Last geht
Quellen (5)
- The paper that put the analysis of masonry on the footing this page uses: blocks that cannot take tension, cannot slide and are never crushed, and an arch that is safe if any line of thrust fits inside it: J. Heyman, "The stone skeleton." International Journal of Solids and Structures 2(2), 1966, pp. 249-279. DOI 10.1016/0020-7683(66)90018-7
- Insight 2's figure t/R = 0.1075 is Milankovitch's, for radial joints, and this paper is the modern treatment of it. Its abstract gives 0.1075 for radial cuts and 0.1095 for vertical ones, which is why this page states which joints it uses: N. Makris and H. Alexakis, "The effect of stereotomy on the shape of the thrust-line and the minimum thickness of semicircular masonry arches." Archive of Applied Mechanics 83(10), 2013, pp. 1511-1533. DOI 10.1007/s00419-013-0763-4
- That the astronomer of the ice ages is the same Milankovitch, and that his thrust-line papers date from 1904 to 1910: F. Foce, "Milankovitch's Theorie der Druckkurven: Good mechanics for masonry architecture." Nexus Network Journal, 2007, pp. 185-209. DOI 10.1007/978-3-7643-8699-3_3
- The catenary itself, cosh and Galileo's mistake, are derived on another tool of this site rather than here: The hanging chain y = a cosh(x/a) and the 1638 story: see /math/hyperbolic on this site.
- The Golden Gate-sized preset uses the bridge's span and sag and ESTIMATED loads — see the note: No source. The 1,280 m main span and a sag of about 143 m are the bridge's published dimensions, recalled; the 40 kN/m cable weight is derived from a recalled wire count and wire diameter; the 100 kN/m deck load is an estimate.